Alam-Pedja Geschichten: Umbusi Kinder Winterwanderung nach Rehessaare

Text Mirjam Grosberg, unterstützende Herausgeberin Ann Marvet
Foto Merlin Grosberg
Übersetzung ins Englische: Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit
 
Wann gehen wir zum Wandern? – Wenn der Emajõgi zugefroren ist. – Ich kann nicht länger warten! – Na, dann lass uns gehen! Lass uns gehen bevor nur noch Schneekrümel übrig sind. So oder so, wir müssen gehen!
 
Es gab viele Diskussionen: dass wir einfach nur ein Wochenende aussuchen mussten, den Schulstress abschütteln, weg vom Rummel der Stadt, die Geräusche des Waldes genießen und die Schneeverwehungen. Wir beschlossen dorthin zu gehen, als unsere Suppe verbrannte und zum ersten Mal am Topfboden festklebte – Rehessaare. 
 
Fertig die Wanderung zu beginnen. Von links Epp, Kärt und Merlin
 
 
Tauwetter setzte mit voller Kraft ein, mit schwanenweißem Schnee auf dem Boden. Unsere Wandergefährten hatten sich bereits am Freitag auf den Weg nach Palupõhja gemacht. Wir drei fuhren am Samstag mit dem Bus zur Laeva Forstwirtschaft Haltestelle, schätzten die Entfernung nach Rehessaare ein, wo die anderen uns treffen wollten.
 
Es war cool zu Fuß zu wandern, schweren Rucksack auf dem Rücken und liebe Freunde dabei. Wow, eine Zeisigschar flog über unsere Köpfe! Wir waren nicht die einzigen Wanderer auf dieser winterlichen Straße. Wir waren durch die lange Gerade gegangen und machten eine Rast an der ersten großen Fichte auf dem Weg. Unsere Rücken schwitzten bereits und wir hatten bisher noch nichts zu essen gehabt. Jetzt tranken wir Tee und aßen Brot mit Bananenaufstrich. Wir lagen auf unseren Rücken unter der großen Fichte und sahen wie die Schneeflocken von der Spitze der hohen Fichte herunterfielen. 
 
Schwanenweißer Schnee
 
Auf dem Selli-Sillaotsa Wanderweg drängten sich die Menschen. Die Kälte fing an unter die Haut zu kriechen. Um sie zu besiegen spielten wir Himmel und Hölle und Fangen und machten Hüpfübungen und solche Sachen. Dann hörten wir, dass die anderen sich grade erst auf den Weg gemacht hatten. Nachdem wir das wussten, hatten wir nicht die Geduld noch länger zu warten und waren bereit, weiter zu gehen. Plastiktüten über die Socken und Kokosnussfett auf den Zehen so gingen wir los. Wir hatten wirklich einen matschigen Tag ausgesucht, doch wer weiß, wie lange der Schnee in diesem Winter noch bleibt. Opa Wetter kann in Estland jeden Trick spielen.
 
Das Moor war so wunderbar … In einem Moment warfen wir uns in den Schnee und begaben uns in die Hand des Moores. Einen Moment der seligen Stille, dann bemerkte ich, dass einer meiner Träume erfüllt war: ich hatte von knirschendem Schnee geträumt und hier liegend, hörte ich, wie es an meinem Ohr knirschte. Beim Weiterwandern blieb der Ton in meinem Kopf! Doch sei es wie es ist! Dass der Schnee so knirschte und knackte war ein Zeichen dafür, dass das Wetter kälter geworden war.
Oh, schon von Weitem war das nostalgische Rehessaare zu sehen: ein märchenhafter Zufluchtsort. So vieles hatte sich verändert. Der großzügige Hausherr war schon weit mit seinen Baumaßnahmen gekommen – eine Freude mitten in Wald und Moor. Es gab viele Überraschungen: ein wunderschöner großer Tisch in dem Zimmer und eine nette kleine Küchenecke. Wir sind dem Besitzer wirklich und wahrhaftig dankbar!
Recht bald erschienen auch die Anderen. Wir haben versucht das Sauna Feuer anzuschüren aber aus irgendeinem Grund war überhaupt kein Zug an dem Feuerplatz. Endlich bekamen wir das Feuer zum brennen. Wir machten auch auf dem Lagerfeuerplatz ein Feuer, sodass unser Chefkoch Jakob uns etwas Wundervolles zaubern konnte. Einbruch der Dunkelheit überall. Aber zum Glück kochte der Reis mit Curry. Alles war einfach so richtig. Wir hatten ein Bad in der Saune bei mondheller Nacht. Narnia. Schneeengel. Eiszapfen. Massage. Einfach nur Sein.  
 
Teilen von richtigem Wanderer Essen: oben rechts, Reis im Eimer und darunter in dem Topf Curry, dazu Blumenkohl.
 
Am Morgen war da eine rauschende Schneewehe. Wir verschoben das Frühstück: da war so viel Schnee, dass wir beschlossen in Palupõhja zu essen um Zeit zu sparen und begannen uns nur bei Wasser und frischer Luft fortzubewegen. Wie es gutes Benehmen erfordert, verabschiedeten wir uns von Rehessaare. 
 
Ein verzaubertes Haus mitten im Wald: alles auf einem Foto.
 
Die Wanderung nahm eine angenehme Wendung in hochaufgeschossene Kiefern: wir hatten einen direkten Weg genommen um eher in Palupõhja zu sein. Wir trampelten über die Moorseen, geschmolzenen Schnee in unseren Mündern, platschten durchs Wasser und bewegten uns mit der Natur. Endlich kamen wir auf die Hauptstraße, was für eine Erleichterung! Mir geht es wieder besser, die Wangen glühen, Ich war wieder ruhig mitten im Moor, die Schneewehe trägt Gedanken fort. Huh, nach einem kurzen Atemholen gehen wir wieder auf dem bekannten Weg weiter.
 
Sun peeking from between the bog pines
 
We moved along, playing: the last in the row always had to go up to the first position and so until Palupõhja. By and by all kinds of  weird tricks appeared: moving up before the others jumping, bounding, wheeling etc, etc, until we arrived and at last, in the evening, could continue our breakfast. A snug feeling of tiredness and the pleasant knowledge that we would be fetched by bus.
 
Die Sonne spitzt zwischen den Moorkiefern hindurch.
 
Wir gingen weiter, spielten: der letzte in der Reihe mu0ßte immer auf den ersten Platz gehen und das machten wir so bis nach Palupõhja. Nach und nach tauchten alle Arten von seltsamen Tricks auf:  aufrücken,  vor die andern hüpfen, begrenzen, laufen etc. etc., bis wir angekommen waren und endlich, am Abend, weiter frühstücken konnten. Ein behagliches Gefühl von Müdigkeit und dem angenehmen Wissen, dass  wir vom Bus abgeholt würden.
 
Zufrieden und leichtfüßig bewegen wir uns zwischen den Alam-Pedja Wald Wänden.
 
Danke, liebes Alam-Pedja! 
 
Sonnenschein, Freude und echtes Wandererlebnis!
Mirjam, Merlin, Jakob, Kärt, Epp, Märt, Pelle, Jaan und  Kail waren bei der Wanderung dabei.


 

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