Waldvögel und ihr Gesang — Zilpzalp

Naturaufnahmen und Beschreibungen: Veljo Runnel, www.loodusheli.ee
Beobachtungstabelle und Systematik: Vello Keppart
Fotos: Arne Ader
Übersetzung ins Englische: Liis
Vom Englischen ins Deutsche: Leonia
 
Unsere Wälder sind voller Vogelgesang — das kann man hören. Hier wird nun eine Reihe von einfachen, gängigen Einführungen der Waldvögel folgen, wodurch sie mit dem Gehör leichter zu erkennen sein werden. Sie können die Vögel auf einer gemeinsamen Seite anschauen und vergleichen. Die Liste der Vögel wird in der rechten Spalte der unten folgenden Tabelle erläutert.
 
  Zilpzalp
Väike-lehelind
   

Die ersten Zilpzalps kommen bereits Mitte April an. Sie nisten in Wäldern, Wiesen mit Gehölzen und in Parks. Das Weibchen baut das runde Nest auf dem Boden im Gras oder in niedrigen Zweigen, etwa 0,3-0,9 m über dem Grund. Der Gesang ist einfach, monoton dahinklingend „zilpzalpzilpzalp ...“ oder „zintzentzentzintzänt ...“. Der Zilpzalp beginnt am Morgen etwa eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang zu singen, bisweilen sogar danach, und am Abend hört der Gesang vor Sonnenuntergang auf.
 

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Häufigste Waldvögel:

Basis: Ergebnis der Beobachtung im Wald von Kaarepere 1984-1992)

An wie vielen Stellen dauerte es 5 Minuten bis Sie die Art hörten?
Wie oft war der Vogel in den 5 Minuten zu hören?
LK Kategorie (Nichtzieher* + Zugvögel)
Buchfink 
1
2,2
Kohlmeise*
Fitis
2
0,8
Wintergoldhähnchen*
Waldlaubsänger
2
0,8
Buntspecht*
Zilpzalp
2
0,8
Baumläufer*
Baumpieper
2
0,7
Eichelhäher*
Rotkehlchen
2
0,6
Amsel
Singdrossel
2
0,5
Buchfink
Mönchsgrasmücke
2
0,5
Zaunkönig
Trauerschnäpper
3
0,4
Singdrossel
Zaunkönig
3
0,4
Rotkehlchen
Kuckuck
3
0,4
Buchfink
Gartengrasmücke
4
0,3
Rotdrossel
Kohlmeise
4
0,3
Baumpieper
Amsel
4
0,3
Zilpzalp
Wintergoldhähnchen
4
0,3
Fitis
Rotdrossel
4
0,3
Trauerschnäpper
Türkentaube
4
0,3
Kuckuck
Zeisig
5
0,2
Waldlaubsänger
Weidenmeise
5
0,2
Mönchsgrasmücke
Heckenbraunelle
5
0,2
Gartengrasmücke
Buntspecht
5
0,2
 
Baumläufer
Jedes Jahr beobachtet
   
Gimpel
Jedes Jahr beobachtet
Beobachtung
 
Eichelhäher
Jedes Jahr beobachtet
an 20 Stellen
 
   
je 5 Minuten
 
 
 
  Baumpieper
Metskiur
   
 
Der Baumpieper trifft üblicherweise Ende April in Estland ein. Er ist ein in lichten Kiefernwäldern, an Waldrändern und auf Lichtungen, Waldwiesen und Parks verbreiteter Bodenbrüter. Morgens beginnt er etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang zu singen, nach den Drosseln und dem Rotkehlchen; am Abend verklingt sein Lied schon ein paar Stunden vor Sonnenuntergang. Der Baumpieper ist bis Anfang Juli zu hören. Er hält sich im allgemeinen am Boden auf, singt aber aus Baumkronen und auch im Flug. Beim Paarungsflug steigt er von einem Ast aus in die Luft und beginnt beim Hinabgleiten zu singen; das Lied endet, wenn er auf einem Ast gelandet ist. Der Kontaktruf des Baumpiepers ist ein langgezogenes „zieh“, der Warnruf in der Nähe der Küken ein lautes „zilp, zilp“.
 

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  Rotdrossel
Vainurästas
   
 
Die Rotdrossel kann man von April an, wenn sie nach Estland kommt, bis Anfang Juli hören. Jungvögel kann man bei ihren Gesangsübungen auch noch zu späteren Zeitpunkten hören. Die Rotdrossel nistet in sommergrünen Laubbäumen und jungen Fichtenwäldern. Ihr Lied ist am frühen Morgen besonders intensiv. Sie beginnt schon in der Dämmerung zu singen, bereits zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Der Gesang besteht charakteristischer Weise aus zwei Teilen: er beginnt mit klangvollen, weitreichenden Flötenphrasen und endet etwas gedämpfter mit einem nahzu pfeifenden Schnarren, das an die Wacholderdrossel erinnert.
 

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  Rotkehlchen
Punarind
   
 
Das Rotkehlchen, kleiner als ein Sperling, singt am intensivsten in der Dämmerung – morgens als einer der ersten Vögel, endend bei Sonnenaufgang und beginnt wieder eineinhalb Stunden vor Sonnenuntergang. Es beendet den Gesang am Abend etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang gemeinsam mit den Drosseln. Rotkehlchen beginnen unmittelbar nach ihrer Ankunft – in der zweiten April-Hälfte – zu singen und enden in der zweiten Juli-Hälfte. Der Gesang beginnt mit einem schnellen, hellklingenden silbrigen Gezwitscher, das von einer charakteristisch abfallenden perlenden Kadenz  – „wie kleine silberne Tropfen auf gläsernen Stufen herab rollend”. Der Alarmruf des Rotkehlchens ist ein tickender Ruf, der solange wiederholt wird, wie der Störenfried in der Nähe bleibt.
 

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  Singdrossel
Laulurästas
   
 
Der laute, klare Gesang der Singdrossel besteht aus unterschiedlichen geflöteten Phrasen, die jeweils 2-5 Mal wiederholt werden. Dies ist eine charakteristische Eigenart, durch die man sie gut von anderen Drosseln unterscheiden kann. Ihr Gesang ist besonders ausdrucksvoll, mit einem großen Tonumfang und der Betonung bestimmter Phrasen.
Die Singdrossel beginnt als erster Vogel des Waldes bereits in der Dunkelheit zu singen, bis hin zu mehreren Stunden vor Sonnenaufgang. Tagsüber singt sie weniger häufig, wird gegen Sonnenuntergang wieder lebendiger und singt noch bis zu 2 Stunden nach Sonnenuntergang. Die Singdrossel ist ein Waldvogel und bevorzugt Fichtenbestände als Lebensraum. Der nachfolgende Gesang wurde in einem Fichtenwald aufgenommen, fast wie in einer Open-Air-Kathedrale, in der Nähe von Roiu in Tartumaa.
 

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  Zaunkönig
Käblik
   
 
Der Zaunkönig ist ein Vogel von der Größe des Wintergoldhähnchens, der im Unterholz und in Windbruch im Wald herumturnt. Zum Singen fliegt er auf einen Baumstumpf oder irgend einen anderen Platz, der herausragt. Sein überraschend lauter und flotter Gesang beginnt etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang, ist auch am Tage zu hören und dauert bis zur Dämmerung etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang. Im Frühling beginnt er im April zu singen und endet im Juli, einige Zaunkönige singen noch bis Anfang August. Der Kontaktruf ist ein knappes „tsik-tsik-tsik", der Warnruf ein Klappern, das bis zu einer halben Minute andauern kann.
 

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  Buchfink
Metsvint
   
 
Die Buchfinken treffen hier im Frühjahr Ende März oder Anfang April ein. Wir hören sie von ihrer Ankunft an bis zur zweiten Juli-Hälfte singen. Der Buchfink ist der häufigste Singvogel in Gebieten mit regelmäßigem Baumbestand und er ist auch nicht menschenscheu. Er beginnt seinen Gesang 25-24 Minuten vor Sonnenaufgang und endet bereits vor Sonnenuntergang. Der Gesang des Buchfinken ist eine abfallende Tonfolge, sehr ähnlich dem Gesang des 
Fitis-Laubsängers. Die Ähnlichkeit ist besonders deutlich, wenn der Buchfink den lauten „tick"-Ruf am Ende seines Liedes weglässt. Der Kontaktruf (und auch der Warnruf) sind ein lautes, metallisch klingendes „pink", ähnlich dem Kontaktruf der Kohlmeise. Während der Brutzeit ruft das Männchen sanft „rüüt". Das „Vokabular“ des Buchfinken ist recht umfangreich und die Bedeutung vieler Rufe nicht ganz eindeutig.
 

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  Amsel
Musträstas
   
 
Den schönen Gesang der Amsel können wir von April bis Mitte Juli hören. Am Morgen beginnt sie etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang, sie endet am Abend 40-55 Minuten nach Sonnenuntergang. Die Amsel nistet in frischen Laub- und Auenwäldern, und singt bewegungslos in der Spitze der Bäume sitzend. Der Gesang ist abwechslungsreich, langsam und ruhig. Er ähnelt dem Gesang der Misteldrossel, aber jene nistet nur in Kiefernwäldern.
 

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  Eichelhäher
Pasknäär
   
 
Der Eichelhäher ist der Polizist der Wälder, der sowohl seine eigene Art als auch andere bei Gefahr durch lautes Rätschen warnt. Er ist im Herbst besonders laut, wenn die Eicheln reif sind und er damit beschäftigt ist, Nüsse und Eicheln zu „setzen‟. Während der Brutzeit verrät er sich nicht, sogar der Gesang ist leiser und trägt nicht so weit. Als begnadeter Imiator ist der Eichelhäher in der Lage, sein Lied mit zig verschiedenen Vogelstimmen zu garnieren, und nicht nur ihre Rufe und Lied-Strophen.
 

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  Waldbaumläufer
Porr
   
 
Der Waldbaumläufer ist ein braungesprenkelter kleiner Vogel, der sich auf der Suche nach Insekten, die er in den Furchen der Baumrinde mit seinem leicht abwärtsgebogenen Schnabel sucht, spiralförmig um einen Baumstamm bewegt. Er ist nicht besonders menschenscheu. Sein Ruf ist ein feines schrilles Pfeifen. Der Gesang beginnt mit 2 oder 3 dünnen „tsii-s“, die in ein zwitscherndes, abfallendes Perlen übergehen, und am Ende gibt es immer ein pfeifendes „tsüihh“. Den Gesang kann man bereits im Januar hören, von Mitte März an singt er regelmäßig bis Ende April. Sein Revier sind Fichtenwälder und Mischwälder mit Fichten.
 

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  Buntspecht
Suur-kirjurähn
   
 
Der Buntspecht ist unser am häufigsten zu hörender und zu sehender Specht. Es offenbart seine Anwesenheit häufig mit einem scharfen „kick“-Ruf. Das Getrommel ist gewöhnlich kurz und schnell, mit 6-7 Schlägen. Zum Nisten wählt er Laubbäume, aber er ist nicht besonders wählerisch mit seinen Habitatansprüchen. Durch seine Arbeit unterstützt er mit der Schaffung von Nisthöhlen in Wäldern andere Höhlenbrüter.
 

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  Wintergoldhähnchen
Pöialpoiss
   
 
Das Wintergoldhähnchen ist der kleineste Vogel Estland und Europas. Es hat eine sehr feine Stimme. Der Gesang, der an eine Geige erinnert, enthält so hohe Töne, dass ältere Menschen ihn nicht hören können. Den Gesang des Wintergoldhähnchens kann man in NADEL- und in MISCHWÄLDERN hören. Es hält sich normalerweise in den Kronen hoher Fichten auf. Am Morgen beginnt es 30-50 Minuten vor Sonnenaufgang zu singen, am Abend hört es bereits einige Zeit vor Sonnenuntergang auf. Den letzten Gesang kann man in der zweiten Juli-Hälfte oder im August hören, in Ausnahmefällen auch im September. Der Ruf ähnelt dem der Meisen.
 
Der Natur lauschen: Wintergoldhähnchen
 

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  Kohlmeise
Rasvatihane
   
 
Die Kohlmeise ist in Estland ein Ganzjahresvogel. Als erster Vogel eröffnet er die Frühlingssaison mit seinem Gesang: bereits im Januar beginnt ihr rhythmisches "Zizizi" ; zum Frühling hin ändert es sich in den typischen fröhlich klingenden Gesang "Zizidäh zizidäh" (Estnisch „sitsikleit sitsikleit“, Sommerkleid). (Aus dem Buch, ”Eesti laululinnud – Estlands Singvögel” von Rootsmäe und Veroman S. 215-216). Einige Individuen können andere Vögel imitieren. Die Anzahl der Rufe ist ähnlich vielfältig. Bis zu 50 verschiedene Rufe hat man bei der Kohlmeise festgehalten. Am Morgen beginnt die Kohlmeise ihren Gesang bis zu einer Stunde vor Sonnenaufgang und sie endet am Abend kurz nach Sonnenuntergang.
 
Der Natur lauschen: Kohlmeise


 

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