Vogelbeobachters Tagebuch - 4.05

Vogelbeobachter Margus Ots, Linnuvaatleja.ee
Übersetzung ins Englische: Liis

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Felis silvestris

 
Meine Fotos von gestern durchschauend, erinnerte ich mich, dass ich am Abend eine Raubmöwe im Flug in der Nähe von Metsküla in Läänemaa fotografiert hatte. Es war eine Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus), das bedeutet, dass ich gestern noch eine weitere Spezies für meine Jahresliste bekommen habe.
 
Halsbandschnäpper im Schlosspark in Kuressaare  (04.05.2012 Tambet Allik)
 

Da heute der einzige ruhige Morgen in den nächsten Tagen sein sollte, steuerte ich bereits morgens gegen sechs Uhr den Schlosspark in Kuressaare an, wo vor ein paar Jahren der seltene Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis) genistet hat. Der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ist bereits angekommen, vielleicht ist sein gebänderter Verwandter ja auch an seinem alten Platz. Ich hatte nicht viel Hoffnung, da letztes Jahr die Art in Estland gar nicht gesehen worden ist, aber mehr als es versuchen kann man nicht. Im Park traf ich den einheimischen Vogelbeobachter Veljo Volke, der mit einer Gruppe Lehrern zum Vogelstimmen hören unterwegs war. So begannen wir gemeinsam nach dem Halsbandschnäpper Ausschau zu halten. Es dauerte nicht lange, bis Veljo berichtete, dass ein Halsbandschnäpper direkt unter seiner Nase angekommen war. Ich eilte selber dorthin und nach einigem Suchen war die Rarität zu sehen. Während des Tags gelang es einigen anderen Vogelbeobachtern den Vogel zu sehen und Fotos als Beweis für die Vogelraritätenkommission zu machen.
Am Tag fuhr ich zur Sõrvehalbinsel um die Walcholderwäldchen entlang der Küste zu überprüfen, vielleicht waren einige Neuankömmlinge nach der Migration gelandet. Ich habe niemanden besonders aufregenden gefunden, aber in Loode sah ich als neue Art für die Jahresliste die  Dorngrasmücke (Sylvia communis), Zwergschnäpper (Ficedula parva) und Baumfalke (Falco subbuteo).
Meine 2012er Artenliste umfasst nun 214 Vogelarten.
Am Abend erreichte ich Karala an der Westküste von Saaremaa, weil es der Wettervorhersage zufolge am Morgen einen westlichen Wind geben sollte, und ich hoffte, eine gute Wasservogelmigration zu sehen. Aber gerade als ich die Weinflasche entkorkte, um den Halsbandschnäpper zu feiern, kam von Rariliin die Information, dass ein Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) auf der Insel Kihnu an Ort und Stelle ist. Es war die 4. Observation dieses Vogels in Estland, und obwohl ich ihn selbst schon zweimal in Estland gesehen hatte, wäre er eine sehr schwierige Spezies für meine Jahresliste. Müde vom ständigen Fahren habe ich allerdings beschlossen, das twitchen zu verschieben und lieber den guten Wein zu genießen.



 

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