Vogelbeobachters Tagebuch - 5-6.05

Vogelbeobachter: Margus Ots, Linnuvaatleja.ee
Übersetzung ins Englische:Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Felis silvestris
 
 
5. Mai
Als unliebsame Überraschung war dicker Nebel am Morgen in Karala und aus der Beobachtung der Migration wurde nichts. So konnte ich am Morgen einfach ein paar Stunden länger schlafen. Bevor ich weitere Pläne machte, wartete ich auf Neuigkeiten von der Insel Kihnu, wohin eine Gruppe von Twitchern aus Tartu gefahren war, um nach dem gestern dort entdeckten Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) zu suchen. Fotos des Seeregenpfeifers von Kihnu sind in der Estbirding- Galerie. Um 10:27 kam über Rariliin die Information, dass der Vogel immer noch vor Ort ist. Es war eine reelle Annahme, dass während des Tages der Vogel nicht verschwinden würde und ich entschied mich, mit der Abendfähre nach Kihnu überzusetzen. Auf dem Weg hielt ich an einigen guten Vogelbeobachtungspunkten an und eine Reihe von neuen Arten wurden meiner Jahresliste hinzugefügt: Temminckstrandläufer  (Calidris temminckii) – 9 Vögel in der Aristebucht in Pärnumaa, Weißflügelseeschwalbe (Chlidonias leucopterus) – 1 Vogel in Gesellschaft von Trauerseeschwalben (Chlidonias niger) am Tõhelasee in Pärnumaa, Blaukehlchen (Luscinia svecica) – 1 Vogel am Hafen von Liu in Pärnumaa, Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons) – 2 Vögel am hafen von Munalaiu in Pärnumaa.
Um 7 Uhr abends war ich auf der Insel Kihnu und begann die Suche nach dem Seeregenpfeifer mit Aivo Klein, dem Finder des Vogels. Nach einigem suchen fand ich ihn am südlichen Ende der Insel. Jetzt habe ich drei von den vier Seeregenpfeifern, die in Estland beobachtet wurden, gesehen. Zur gleichen Zeit bekam meine Jahresliste eine andere, sehr schwierige Art, es sind nun 219 Vogelarten auf meiner 2012er Jahresliste.
 
6. Mai
Da man von Kihnu nicht direkt am Morgen aufs Festland übersetzen kann, verbrachte ich ein paar Stunden die Migration beobachtend, am Leuchtturm an der südlichen Spitze der Insel. Dieses Jahr läuft auf Kihnu ein Überwachungsprojekt: die Vögel werden während der gesamten Frühjahrs- und auch der Herbstmigration gezählt. Das Wetter war schön und die Sicht gut und der Morgen erwies sich als ziemlich aufregend. Am Morgen zogen innerhalb von 4,5 Stunden 54 Schmarotzerraubmöwen (Stercorarius parasiticus) an der südlichsten Spitze von Kihnu vorbei! Ich habe noch nie zuvor so viele Raubmöwen gesehen. Zusätzlich waren mindestens 400 Seetaucher auf dem Zug (hauptsächlich Prachttaucher (Gavia arctica)) und auch das muss ein Tagesrekord für Pärnumaa sein. Es wurde gesagt, dass eine Sumpfohreule (Asio flammeus) in der Nähe des Leuchtturms nach der Mirgration angekommen war, aber ich habe sie nicht gesehen (dieses Jahr habe ich diese Art gar nicht gesehen), da ich da an den Stränden nach Watvögeln Ausschau hielt.
Weil das Wetter in der Nacht sehr gut war, war der größte Teil der Vögel an der Küste weitergeflogen, von den Regenpfeifern waren auch nur ein paar hiesige Nister übrig. Auf Kihnu bekam ich auch den Sprosser (Luscinia luscinia) für meine Jahresliste; am frühen Morgen trug er am Leuchtturm sein Lied vor.
Am Abend fuhr ich in Richtung nordwestliche Küste, um am Morgen die Wasservogelmigration am Kap Põõsaspea zu sehen. Auf dem Weg hielt ich mehrere Mal im Matsalu Nationalparkgebiet an. Ich habe keine besonders aufregenden Vögel angetroffen, aber an neuen Spezies hörte ich den Pirol (Oriolus oriolus) in Meelva und the Karmingimpel (Carpodacus erythrinus) in Keemu. Meine 2012er Jahresliste hat nun 222 Vogelarten.


 

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