Vogelbeobachters Tagebuch – Mai-Zusammenfassung

Vogelbeobachter Margus Ots, Linnuvaatleja.ee
Fotos:Arne Ader
Übersetzung ins Englische: Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Felis silvestris
 
Kap Põõsaspea
 
Mai ist der beste Vogelbeobachtungsmonat und so habe ich Urlaub genommen, um auf so viele Vogeltrips wie möglich zu fahren. Im Mai ziehen die Wasser- und Watvögel, die in den arktischen Gegenden brüten, bei uns durch, die letzten Zugvögel kommen auch im Mai an und es ist auch die beste Zeit, verirrte Besucher zu treffen. Ich blieb eine ganze Weile in Ristna auf Hiiumaa und in Läänemaa am Kap Põõsaspea, und auch in Virtsu und auf der westlichen Seite von Saaremaa, um die Migration zu beobachten. Darüber hinaus machte ich einige Twitchertrips und es gab auch etwas Zeit, die gefluteten Polder im südöstlichen Estland zu besuchen. 54 Arten wurden im Mai meiner Artenliste hinzugefügt, insgesamt umfasst meine 2012er Liste Ende Mai 260 Vogelarten. Weil ich keine früheren Jahre zum vergleichen habe, kann ich nicht sagen, ob es eine ungewöhnliche Leistung ist. Ich selbst habe nicht erwartet, Ende Mai ein solches Resultat zu haben.
 

Abend in Virtsu

Ich habe im Mai einige ziemlich schwierige Raritäten für die Jahresliste gefunden. Den Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus), den ich am 2. Mai nahe Karksi in Valgamaa getwitcht habe, habe ich vorher noch nicht in Estland gesehen, noch die Zwergrohrdommel (Ixobrychus minutus), die ich am 26. Mai an den Piklateichen getroffen habe, aber nicht bis zum dritten Versuch. Auf meiner in Estland gesehenen Artenliste sind nun 310 Vogelarten. Unter den härtesten Arten ist es mir gelungen den Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) zu sehen; am 5. Mai auf der Insel Kihnu getwitcht, Moorente (Aythya nyroca) am 25. Mai am Aardlapolder in Tartuma getwitchtHalsbandschnäpper (Ficedula albicollis) gesehen am 4. Mai in Kuressaare auf Saaremaa und am 13. Mai in Palli auf Kiiumaa, Prachteiderente (Somateria spectabilis) am 16. Mai in Ristna auf Hiiumaaund Gelbschnalbeltaucher (Gavia adamsii) am 18. Mai in Virtsu in Läänemaa.
Von den "obligatorischen" kleinen Raritäten wurden zum Beispiel Wachtel (Coturnix coturnix), Schelladler (Aquila clanga), Rotfußfalke (Falco vespertinus), Kleines Sumpfhuhn (Porzana parva), Weißflügelseeschwalbe (Chlidonias leucopterus), Trottellumme (Uria aalge), Türkentaube (Streptopelia decaocto), Brachpieper (Anthus campestris) und Rotkehlpieper (Anthus cervinus) im Mai meiner Artenliste hinzugefügt.
In diesem Jahr habe ich fast alle weiter verbreiteten Arten bereits gelistet. Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) (bin noch nicht auf ihn gestoßen), Sanderling (Calidris alba) (werde ich sicherlich auf dem Herbstzug sehen), Sumpfohreule (Asio flammeus) (irgendwie ist es mir gelungen, diese Art zu umgehen, ich kenne einige Gebiete, die ich in der nahen Zukunft überprüfen werde) und Buschspötter (Iduna caligata) (ich mache den Setomaatrip üblicherweise Mitte Juni) sind unter den "sicheren Arten" noch ungesehen.
Im Mai wurden Raritäten, die ich unglücklicherweise selber nicht antraf, in größerer Zahl gesehen. Zum Beispiel der Terekwasseerläufer (Xenus cinereus) wurde in diesem Frühjahr viermal in Estland gesehen, ich habe sogar versucht, ihn auf der Insel Muhu zu twitchen, aber die Art ist noch immer ungesehen von mir. In Sõrve säär auf Saaremaa wurden zwei Graubruststrandläufer (Calidris melanotos) gesehen, aber die Vögel verschwanden, bevor die ersten Twitcher dort eintrafen. Die Steppenmöwe (Larus cachinnans) wurde mindestens dreimal in diesem Jahr gesehen, aber sie waren ebenfalls nicht twitchbar. Ich habe diese schwer zu identifizierende Art nirgends gesehen, dieser Lifer kann möglicherweise im Herbst hinzugefügt werden, wenn diese Möwe leichter zu identifizieren ist und mehr von ihnen hier unterwegs sind. Die Spatelraubmöwe (Stercorarius pomarinus) wurde im Mai zweimal gesehen, aber vorbeifliegende Vögel sind leider nicht twitchbar. Von den Greifvögeln fehlt mir die Steppenweihe (Circus macrourus); sie wurde dieses Frühjahr in Rekordanzahl in Estland gesehen. Ich hoffe dieses Geschöpf während des Sommers, aber spätestens beim Herbstzug zu sehen. Einige Rotmilane(Milvus milvus) wurden ebenfalls gesehen, aber die Information über diese Beobachtungen kam so langsam, dass die Vögel nicht twitchbar waren. Der Schlangenadler (Circaetus gallicus) wurde in diesem Frühjahr dreimal gesehen, waren aber ebenfalls nicht twitchbar. Unter den Singvögeln waren im Mai die Rötelschwalbe (Cecropis daurica) (der in Kabli gesehene Vogel war nicht twitchbar) gesehen worden, Schwarzstirnwürger (Lanius minor) (der am Valgutapolder gesehene Vogel verschwand, bevor die Twitcher vor Ort eintrafen) und Grauammer (Emberiza calandra) (keiner der vier Vögel auf dem Zug war twitchbar).
Im Mai sammelte ich 278 Beobachtungsstunden (922 insgesamt, seit Beginn des Jahres), gefahrene Kilometer waren zu viele im Mai, wie zuvor (glücklicherweise allerdings weniger als im April), oder 6226 (seit Beginn des Jahres 24829) und zu Fuß zurückgelegte Kilometer im Mai 153 (seit Beginn des Jahres 555). Die gefahrenen Kilometer hätten bis zu ein paar Tausend Kilometern weniger sein können, hätte ich die Information in einigen Fällen früher bekommen oder hätte ich nicht falsche Identifikationen überprüfen müssen. Ein paar sehr lange Reisen wurden genau deshalb unternommen, um verdächtige Informationen zu überprüfen. Ich habe alle meine Beobachtungen in der e-Biodiversitäts-Datenbank eingetragen und auf der Karte
kann man sehen, wo ich im Mai auf Reisen war (siehe Karte unten auf der e-Biodiversitäts-Seite).

 
Den Vogelzug beobachtend in Virtsu


 

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