Vogelbeobachters Tagebuch — 10.7.12

Vogelbeobachter: Margus Otslinnuvaatleja.ee
Übersetzung ins Englische: Liis
Vom Englischen ins Deutsche: Leonia
Uferschnepfe (14.6.2012 Saatse)
 
10. Juli
 
Zurück auf dem Festland wendete ich mich sofort Richtung Audru-Polder. Er ist in diesem Jahr seit langem geflutet und alle Arten Vögel unterbrechen dort in großer Zahl ihren Zug. Während es im Frühjahr eine rechte Entensuppe gab, tummeln sich nun in dem Gebiet recht die Watvögel. Der östliche Teil des Polders ist inzwischen trocken und besonders viele Vögel gibt es dort nicht, aber im westlichen Teil kann man an jeder halbwegs offenen Schlammlache oder Wasserpfütze Gruppen von Strandläufern sehen. Heute registrierte ich am Audru-Polder 550 Bruchwasserläufer (Tringa glareola), 360 Kiebitze  (Vanellus vanellus), 200 Kampfläufer (Philomachus pugnax) , 90 Grünschenkel (Tringa nebularia), 50 Uferschnepfen (Limosa limosa), zudem andere Watvögel in kleinerer Zahl. Offenbar bleiben viele Vögel unbemerkt, weil sich in der hohen Vegetation die kleinen Pfeifer nicht zeigen und es auch nicht möglich ist, irgendwo näher heran zu kommen. Nur wenn ein Greifvogel den Vogelschwarm aufscheucht, erhält man eine grobe Vorstellung von der tatsächlichen Anzahl der Vögel. Zum Beispiel zählte ich zunächst 14 der schneeweißen Silberreiher (Egretta alba), die eigentlich gut zu sehen sein sollten, aber als ein Seeadler  (Haliaeetus albicilla) vorbeiflog, stiegen 31 von ihnen aus dem Schilf. Machen die Silberreiher einen Nistversuch irgendwo in der Nachbarschaft? Unter den aufregenderen Kreaturen fiel mir ein Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) ins Auge, ich habe diese Art hier früher noch nicht gesehen. Der Audru-Polder ist ein solch großes Gebiet, dass es möglich ist, den ganzen Tag herum zu laufen und immer noch nicht schafft, alle Vögel zu zählen. Er ist derzeit einer der besten Vogelplätze an der Westküste; ein Besuch ist sehr zu empfehlen.


 

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