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Die Geschichte der Wiederansiedlung einer Hummelart

Text Meelis Uustal
Foto Eha Kruus
Übersetzung ins Englische: Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit
 

Erdbau- bzw. Unterirdische Hummel 
 

Erdbau- bzw. Unterirdische Hummel  

 Urukimalane     Bombus subterraneus
 
Die Hummeln in offenen Landschaften mit langen Mundwerkzeugen, wie die Erdbau- bzw. Unterirdische Hummel und die Deichhummel (Bombus distinguendus), sind oft die Ersten, die im Hinblick auf die intensive Landwirtschaft aufgeben und in der Gegend aussterben. So geschah es mit der Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummel in Großbritannien wo diese Art nach 1988 nicht mehr gesehen wurde- 20 Jahre später haben sich jedoch Britische Wissenschaftler und Naturschützer zusammengetan um zu versuchen, sie zurückzubringen.
Die Idee der Wiedereinführung entstand aus der Tatsache, dass vor 130 Jahren 97 weibliche Hummel, von England nach Neuseeland gebracht wurden, unter ihnen auch Erdbau- bzw. Unterirdische Hummeln. Das einfache Ziel war es, Neu Seeland mit vertrauten und beliebten Europäischen Arten zu bevölkern. So wurden weibliche Hummeln in ihrem Winterschlaf aus der Erde in England gegraben und mit dem Schiff nach Neuseeland gebracht. Nicht alle Insekten überlebten die Reise, aber einige doch. Auf der neuen Insel haben sich die Hummeln gut eingelebt und sich überall verbreitet. Aus der Sicht von der Natur Neuseelands, war es jedoch kein Segen, sondern eine Geißel von invasiven gebietsfremden Arten aus Europa, die dazu führten, dass sich einheimische Arten, die in einer bestehenden Gemeinschaft lebten, gestört wurden.
 
Auf einmal hatten alle Hummelforscher die Idee, ob wir nicht versuchen sollten diese Schäden wenigstens etwas zu verringern und die Erdbau- bzw. Unterirdische Hummel Bevölkerung in Neuseeland dazu nutzen sollte die Bevölkerung in ihrem Ursprungsland wieder anzusiedeln. Die Vorbereitungen brauchten Jahre. Zuerst mussten Nester von Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummeln gefunden werden -  einige wurde auf Neuseeland Brachflächen gefunden. Dann musste geklärt und getestet werden ob diese Arten in künstlichen Nestern aufgezogen und verpaart werden konnten. Um verpaarte weibliche Hummeln in der Natur zu finden unmittelbar bevor sie unter die Erde in Winterschlaf gingen wäre ein hoffnungsloses Unterfangen. Leider ist die Zucht von Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummeln in künstlicher Umgebung nicht gelungen. Außerdem stellte sich heraus, dass die Erdbau- bzw. Unterirdische Hummeldort nur aus 2 Vorfahren und 100 Jahren Inzucht ihre Gene ziemlich stark betroffen hat. So wurde beschlossen, obwohl ungern, das Unternehmen als gescheitert zu erklären.
 
Jedoch stellte sich heraus, dass die Erdbau- bzw. Unterirdische Hummeln in Süd Schweden genetisch viel ähnlicher den ehemaligen Artgenossen in Großbritannien waren als die direkten Nachkommen in Neuseeland. Und natürlich mit einer guten genetischen Vielfalt. So wurde beschlossen, stattdessen in Zusammenarbeit mit den Schweden Erdbau- bzw. Unterirdische Hummeln von Schweden, wo sich die Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummel recht nett entwickelt, nach Großbritannien zu bringen
 
Dungeness in der Grafschaft Kent wurde das Gebiet für die Wiederansiedlung der Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummeln. Vor der Freilassung der Hummeln wurden die Bauern, Landbesitzer und Gärtner in Dungeness in das Projekt eingebunden. Ihre Aufgabe war es hummelfreundliche Pflanzen zu säen und zu pflanzen, die den ankommenden Hummeln Nahrung vom Frühjahr bis zum Herbst bietet. 2012 und 2013 wurden zahlreiche von Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummeln in Dungeness frei gelassen. Mittlerweile haben sie auch begonnen in dem Gebiet zu brüten – Arbeiterinnen wurden sowohl letztes als auch dieses Jahr gesehen. Und mehr – mehrere andere sehr seltene Hummeln sind nach langer Zeit nach Dungeness zurückgekehrt.
 

Lesen Sie über die Wiederansiedlung der Erdbau- bzw. Unterirdischen Hummeln auf der Projektseite (LINK), Mehrere gute Videobeiträge wurden davon gemacht – siehe HIER, HIER und HIER.

 
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