Eine Pilzwoche in Rõuge
Text: Toivo Tuberik
Fotos: Mats Kangur
Übersetzung ins Englische: Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit
Ramaria eumorpha, eine Kiefernkoralle.
Der September bemalt nicht nur Bäume und Büsche. Er macht auch rot-gelb-braun-weiße Muster auf den Moosteppich in unseren Wäldern. Und die Vielfalt an Farben ist so viel größer als Worte es beschreiben können.
Am 7. September beginnt in Rõuge die Pilzwoche, mit Viitina Loodushariduskeskus (Viitina Natur-Lehr-Zentrum), Rõuge Rahvamaja (Rõuge Begegnungsstätte) und Looduskalender als Hauptorganisatoren. Der Reichtum an Pilzen im letzten Jahr und das große Interesse der Öffentlichkeit ermutigte die Organisatoren in diesem Jahr eine noch größere Veranstaltung zu planen, und so beinhaltet das Programm eine Auswahl an verschiedenen Aktivitäten – Pilzführungen, eine Pilz Ausstellung, Pilze kochen, einen Wettbewerb im Pilze konservieren, eine Fotoausstellung, Vorträge und Konzerte.
Die Pilztage bringen Estlands Pilzexperten und Liebhaber nach Rõuge. Am Dienstag spricht Professor Erast Parmasto über den Schutz von Pilzen: “Können und sollen Pilze geschützt werden und wie“, am Mittwoch ist der Film von Professor Urmas Tartes über das Leben der Insekten in Pilzen zu sehen und am Donnerstag ist eine Fotosession mit Estlands bekanntestem Pilz-Photographen, Vello Liivi. Von Montag bis Freitag wird es Pilzführungen geben, geführt von Eesti Maaülikooli’s (Estnisce Universität für Lebens Wissenschaften) durch den Pilzexperten Mall Vaasma; die interessantesten Funde werden in die Ausstellung genommen.
Am meisten beeindruckte die Ausstellung 2008 die Einheimischen, die sich nie bewusst waren, welche fantastische Auswahl an Pilzen im Wald vor ihrer Haustür wächst. Wir hoffen die Vorjahresmenge von 195 gefundenen Arten zu übertreffen.
Vladislav Koržets kommt um die Geschmacksnerven der Kochinteressierten anzuregen. Er wird ein einmaliges Pilz-Festessen zubereiten bei dem alle (oder wenigstens die Schnellen und Bereiten) eine Chance haben zu probieren. Zauberer der heimischen Küche werden die Möglichkeit haben ihre Art der Konservierung der Pilze zu zeigen: ein Wettbewerb mit gegorenen, marinierten oder anderweitig haltbar gemachten Pilze wird am Samstag stattfinden.
Darüber hinaus werden Fotos gezeigt von den bekannten Natur-Fotografen Arne Ader und Mats Kangur, dem Fotografen des Siegerbildes des Natur-Fotographie-Wettbewerbes 2009, Kategorie „Tiere in Aktion“; Für die Ohren gibt es Konzerte des traditionellen Volksmusikanten Jaak Johanson und Toivo Tuberiks kleine Klavierstücke. Genauere Informationen und Zeiten des Programms unter www.viitinalhk.ee.
Warum ist so eine Pilz-Lehrwoche nützlich und nötig. Um uns herum spielt sich vieles ab, was wir nicht erkennen, obwohl wir damit leben. Genauso ist es mit Pilzen. Wenn sie nicht existieren würden, würden auch wir nicht sein. Sicher ist es nötig zu wissen was ist was und wer ist wer. Ein anderer Gesichtspunkt ist, dass Pilze als Nahrung auf unserem Tisch und in unsren Vorratskammern sind. Die meisten von uns essen gewöhnlich nur ein paar Arten (wenn überhaupt) vor allem Pfifferlinge, Edelreizker, Täubling, Röhrling oder Steinpilz. Aber die Auswahl wäre so viel größer, vor allem wenn man bedenkt wie viele schmackhafte Sorten im Wald unberührt stehen bleiben wegen Unwissenheit,- sie bleiben unberührt um im Unterholz zu gedeihen.
Sicherlich ist es nötig das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis), den Zigeuner (Rozites caperata ), den Parasol (Macrolepiota procera), die sehr große Schleiereule (Cortinarius praestans), die Stinkmorchel (Phallus impudicus), den Schopftintling (Coprinus comatus) und zig andere Hütchenträger zu kennen. Und dafür gibt es keinen besseren Weg als einen Pilzexperten oder einen Mykologen auf einer Pilzführung in den Wald zu begleiten!
So, lasst uns handeln, wie in dem Rannap Lied „Komm in den Wald, geh in den Wald“ zu den Pilztagen in Rõuge vom 7. bis zum 13. September und bring Deinen Pilzkorb mit.
Mushroom exhibition.
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