Das Leben am Futterhaus
Futterhäuschen sind "Treffpunkte" für alle Arten von Vögeln. Der strenge Winter macht ihnen das Leben schwer. Aber zugleich eröffnet uns das die Chance, erstaunliche Vogelarten vor unseren Fenstern zu sehen. Außer der Fütterung mit Fett und Samen werden die Futterhäuschen auch von verschiedenen Greifvögeln besucht. Sie so häufig in unserem eigenen Hinterhof anzutreffen, hinterlässt gemischte Gefühle. Die menschliche Psychologie bleibt da nicht unbeteiligt!
Meisen sind sehr beliebte Gartenvögel, für ihre Wohlerzogenheit am Futterhäuschen werden sie gern gelobt, wenn sie Sonnenblumenkerne aufpicken und dann sofort in einem nahe gelegenen Busch verschwinden, wo sie beginnen, ihren Fund zu vernaschen. Die Tischmanieren der Spatzen und Grünfinken sind nicht so angesehen, sie kommen und verschwinden nicht eher, als bis sie sich am Futterspender restlos vollgestopft haben.
Sumpfmeisen werden ebenfalls gern gesehen – sie arbeiten wie ein Reinigungskommando um das Futterhaus herum – zuerst wird nach auf den Boden gefallenem Samen gesucht, und erst, wenn dort nichts mehr zu finden ist, fliegen sie direkt zur Futterquelle.
Die Eichelhäher, die im hohen Schnee nicht an ihre Eicheln herankommen können, die sie sorgfältig im Herbst dort versteckt haben, sind hervorragend zu beobachten, "echte Prachtburschen".
Und was für eine Überraschung, wenn Rebhühner zu Besuch kommen: da ist ein Gurren und Flattern unter den Menschen und die liebevolle Bewunderung dieser liebenswerten, knuddeligen runden Vögel findet kein Ende.
Mit dem Sperber ist das etwas anderes, ein schöner Vogel, aber er tötet die anderen liebenswerten Vögel, da, seht, er fängt auch die schneidigen Meisen, es ist eine Plage. Und er verschwindet noch nicht einmal, wenn man das Fenster öffnet und in die Hände klatscht. Der Raubwürger erhält vermutlich eine nicht ganz so schlechte Note - na ja, der Vogel des Jahres darf sich ein oder zwei Meisen holen.
Die Weihe fängt Haustauben, das scheint nicht ganz so verwerflich zu sein, da Tauben nicht so wie die Meisen begeistern.
Also ist der Sperber der schlimmste Übeltäter.
Gestern rief meine Mutter an und erzählte, dass vor dem Fenster eines Wohnhauses im Ort Valgu in Märjamaa eine Eule Meisen finge. Die Hausbewohner beschrieben den Vogel in etwa so: gelbe Augen, ein quadratischer Kopf, und fast kein Schwanz, ein kurzer kleiner Stumpen von einem Vogel, aber er fuhr unter die anderen Vögel wie ein Teufel. Sie hatten auch eine ungefähre Größe angegeben, wie meine Mutter erwähnte, etwa 10-12 cm. Die Leute hatten schon einige Eulenarten in Betracht gezogen und vermuteten, dass es ein Sperlingskauz sein könne. Nicht schlecht geraten, es kann es durchaus sein, dass ein Sperlingskauz vom Hunger in bewohntes Gebiet gezwungen wird. Im Großen und Ganzen habe ich mich bemüht, die Leute zu beruhigen und bat sie - im übertragenen Sinne – eher nach einer Kamera zu greifen, denn nach einer Waffe. Es sei doch schließlich beeindruckend, das Treiben eines Greifvogel vor dem eigenen Fenster bis zum Frühjahr verfolgen zu können; sicherlich wird es nicht allen von ihnen gelingen, diesen strengen Winter zu überleben:
Siehe die dänischen Fotos
http://www.netfugl.dk/pictures.php?id=showpicture&picture_id=31780
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