Die Geschichte der Woche

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Wochengeschichte (Kristel Vilbaste).

Eine Woche im Wald – Wie kann man Schafe vor Wölfen schützen?

 
Die Geschichte in der September Ausgabe des Journals  Loodusesõber über den Waffenstillstand von Wölfen und Viehzüchtern, demzufolge es möglich ist eine Herde zu schützen, wenn man das Verhalten und die Stärken der Wölfe berücksichtigt. Ein Mann, der seine Schafe mitten in Mooren und Wäldern hält, bei dem Wölfe an seinem Zaun entlangstreichen ohne in die Nähe eines einzigen Mutterschafes zu kommen, erzählt uns darüber. 

Eine Anleitung einen richtigen Wolfszaun zu bauen, kann man auch in der Ausgabe finden, die Ende Oktober erhältlich ist.
 
 
Text Ulvar Käärt
Fotos Mats Kangur
Übersetzung ins Englische: Liis
Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit
 
Ein 140 Zentimeter Zaun sollte ausreichen, meint Priit Tormis. Leuchtende Bänder am Zaun angebracht entlang des Wolfsweges helfen auch, die Wölfe fern zu halten.
 
Die angespannten Beziehungen zwischen Wölfen und Schäfern sind wohl bekannt. In den vergangenen Jahren wurde es jeden Sommer zum Thema und füllen die Nachrichten in den Zeitungen. Wenn Wölfe eine Herde angreifen, wird wieder jemand in Wut ausbrechen.
 
Die Betroffenen sind wütend auf den Wolf. Einige Schäfer verlangen ärgerlich, dass es keinen Platz für Wölfe in ihrer Nähe geben sollte.  Schaut man in die offiziellen Statistiken,  ist der Ärger, der unter den Schäfern aufkommt, verständlich. Besonders 2011, in einer Art Rekordjahr, registrierte Keskkonnaamet (Umwelt Aufsichtsamt) insgesamt 1040 Schafe die von Wölfen in Estland getötet wurden, letztes Jahr waren es 784.
 
Wir haben es mit einer ziemlich großen Anzahl zu tun, die erhebliche wirtschaftliche Verluste zur Folge hat.
 
Doch schaut man hinter diese Zahlen, stellt sich heraus, dass der Ärger ohne triftigen Grund gegen die Wölfe gerichtet ist, denn der Wolf hat nur seinen Tribut von einer Herde genommen, bei der der Besitzer nicht einmal einen richtigen Zaun zum Schutz gebaut hat.
 
Einige sagen, dass es gar nicht möglich ist, seine Schafe vor den Wölfen zu schützen, jedoch können es gut gebaute Zäune tun. Jedoch gibt es Schäfer die - so unglaublich es scheinen mag – ihre Schafe im Herzen eines wilden Wolfsparadieses halten, ohne dass ein Wolf ein einziges Schaf angerührt hätte.
 
Schafe mitten in Mooren und Wäldern 
Dass diese Aussage wahr ist, bestätigt Priit Termis. Priit Termis arbeitet in der Landwirtschaft, einschließlich Schafzucht, in Läänemaa, in der Gemeinde Ridala. Priit Tormis hat es geschafft, einen Schafspferch nach  seinen eigenen Entwürfen zu bauen, der bis jetzt erfolgreich seine Herde von Hundert Tieren, der einheimischen Kihnu Schafrasse, geschützt hat.
 
“Warum dorthin gehen um die Wölfe zu füttern” - Priit Tormis sagt, dass das einige dachten, als sie hörten, dass er plante seine Schafe in einem naturnahen Biotop zu hüten, in der  fünfzig Kilometer entfernten Gemeinde Noarootsi, zwischen Mooren und Wäldern. „Einige starrten mich einfach mit weit aufgerissenen Augen an, ohne ein Wort zu sagen“.
 
Doch allen Widrigkeiten zum Trotz, gelang es ihm 2009 einen eingezäunten Bereich für die Schafe auf einer abgelegenen Waldwiese zu errichten, wo die Wölfe bisher kein einziges Schaf angerührt haben. Wie hat er das geschafft?
Er machte nichts Außergewöhnliches oder Schwieriges. Der fast 1,4 m hohe Zaun ist tatsächlich so einfach wie viele andere gebaut, doch wurden einige Tricks eingefügt, auf die man nicht so einfach kommt
 
Besonderer Schutz – geschweißter Gitterzaun 
Obwohl Priit Tormis die besonderen Richtlinien studierte, bevor er den Zaun baute, näherte er sich dem Unternehmen etwas anders, und verließ sich auf seinen gesunden Bauernverstand. Angesichts der potentiellen Bedrohung durch Wölfe, war sein Ziel nicht einen Zaun zu bauen, durch den es den Schafen nicht gelang zu fliehen, sondern einen Zaun, durch den andere nicht hereinkommen konnten.
 
So ist das Netz zum Beispiel nicht zur Innenseite, sondern zu Außenseite der Zaunpfosten befestigt. Es sollte bemerkt werden, dass ein Vorteil des geschweißten Maschenzauns ist, dass seine Gitter nicht von einem Eindringling vergrößert werden können.
 
Eine weitere grundlegende Sache, den Zaun so wolfssicher zu machen wie nur möglich, ist, dass unter dem Zaun ein halber Meter breiter Netzstreifen über dem Boden angebracht wird., Das Zaun Netz ist daran befestigt, sodass 25 cm davon innen sind und genauso viel außen.  Diese Finesse sollte die Möglichkeit ausschließen, dass jemand, der nicht über den Zaun springen kann,  unter dem Zaun in das Gehege kriechen könnte. „Ich dachte mir, wenn ein Hund immer auf die Art versucht, in den Hof zu kriechen, warum sollte das nicht ein Wolf, der offensichtlich viel schlauer ist als ein Hund, dasselbe mache.“ erklärt Priit Tormis seine Idee so eine spezielle Sicherung gegen das Hereinkrabbeln entwickelt hat.
 
Auf der anderen Seite ist Tormis Schafzaun wie Zäune immer sind. Sein unterer Teil besteht aus einem Meter breiten geschweißten Maschen, an denen leuchtende orangefarbene Bänder auf Augenhöhe der Wölfe angebracht sind, indem er die Flaggenlinie, die bei der Wolfsjagd genutzt wird, als Modell nahm. Im Fall von dickerem Schnee, wenn die Augen der Wölfe höher oben sein sollten, ist auch eine Linie mit Bändern am oberen Teil des Zaunes angebracht.
 
An der Außenseite der Zaunpfähle, die alle 3 Meter in den Boden getrieben sind, erstreckt sich ein Stacheldraht entlang der Oberseite der geschweißten Gitter, über denen zwei weitere Stacheldrähte gezogen sind, ungefähr 15 cm entfernt voneinander. So ist die Gesamthöhe des Zauns 1,3 bis 1.4 m, oder etwas mehr als was das Umweltaufsichtsamt derzeit als Höhle eines Zaunes zum Schutz der Schafe, empfiehlt.
 
Wöchentliche Kontrollen erhalten den Zaun
Doch ein sehr wichtiger Aspekt ist die Beobachtung Triit Tormis um die Wolfssicherheit des Zaunes zu halten. „Mindestens einmal die Woche gehe ich um den Zaun um zu untersuchen. dass kein Baum irgendwo darauf gefallen ist  oder dass zum Beispiel die Wildschweine ihn nicht kaputt gemacht haben“ sage Priit Tormis.
 
Um die 10 Hektar Waldwiese einzuzäunen, musste Priit Tormis insgesamt zwei Kilometer Zaus bauen. Er räumt ein, das Bauen eines richtigen Zaunes, nicht ganz billig ist: addiert man die Arbeitsstunden und das Material kostet ein Meter durchschnittlich fast 3 Euro, oder nahezu 6000 Euro der ganze Zaun. Hier hat das Umweltaufsichtsamt den Bau des ersten Kilometers mit fast 1000 Euro unterstützt. „Es ist teuer und nur mit den Schafen zu arbeiten macht es unmöglich das Geld zurück zu verdienen“, sagt Priit Tormis. Er verdient sein tägliches Brot
durch verschiedene andere landwirtschaftliche Arbeiten neben der Schafzucht.
 
Bezüglich des wolfssicheren Zaunes könnte die Frage aufkommen oder der Gedanke, ob seine Schafherde den Wölfen entkommen ist, weil es dort, in der Nähe der Waldwiesen Weide, keine Wölfe gibt. Tormis bestätigt die Anwesenheit von Wölfen mit eigenen Augen als er Wolfsspuren die ein offenes Gebiet überquerten  unmittelbar bei dem Schafsgehege gesehen hatte, im Winter vor einigen Jahren. Ein Wolf – offenbar eine Kreuzung zwischen Wolf und Hund – wurde auch in der Pfadkamera an der Straße die zur Waldwiese führt, aufgenommen.
 
Die Wolfs- und Hundekreuzung,  nahe Priit Tormis Schafpferch  aufgenommen: ein Tier das schon 2009 die Aufmerksamkeit in den Nachrichten erweckt hatte.
 
Skeptiker glauben nicht an einen wolfssicheren Zaun
Ell Sellis vom  Eesti Lambakasvatajate Selts, dem Estnischen Schafzüchter Verein, bemerkt zuerst, am Anfang, wenn über Schäden durch Wölfe und Schafe gesprochen wird, dass, als Biologe von Beruf, sie denselben Respekt vor Wölfen die  in Estland überlebt haben, Seite an Seite mit Menschen, wie vorErdbeben, Vulkanausbrüche und Lawinen hat.  Ihre Meinung ist, dass, wenn Wölfe sich keinen Tribut von der Herde holen, sie dann ganz einfach nicht da sind.
 
„Fragt man Schäfer welche Art von Zaun zum Schutz gegen Wölfe taugt, dann sagen die, die in Gegenden zusammen mit Wölfen leben, dass nur Zoos wolfssichere Zäune haben“ sagt Ell Sellis. Damit bezieht sie sich auf die Tatsache, dass es für Schafzüchter normal ist, wenn sie nicht nach ihren Mutterschafen geschaut haben, sie mit der Sorge leben – war der Wolf bei der Herde oder nicht. „Ich denke es gibt keine Gegend,  wo der Wolf eine Herde nicht angreifen würde“, sagt sie. „In Gegenden wo die Schafe nicht angegriffen werden, gibt es einfach keine Wölfe.“
 
Sellis betont, dass der Aufbau eines richtige Zaunes, um Schafe in natürlicher Landschaft gegen Angriffe möglicher Raubtiere zu schützen, mit keiner Stelle, wo der Wolf durchkriechen könnte, ein sehr kompliziertes und teures Unternehmen sei. Zusätzlich ist es keineswegs garantiert, dass der Zaun sich bewährt. „Wenn der Wolf nicht durch den Zaun gehen kann, gräbt er sich unten durch oder springt“, sagt sie in Bezug auf die Erfahrungen von Schäfern in Gegenden mit Wolfsangriffen. „Der Wolf lernt sehr schnell und ist ein intelligentes Tier.“
 
Empfehlungen des Umweltaufsichtsamtes
Tõnis Talve, Naturschutz Biologe in der Umweltinspektion, zuständig für Verluste verursacht durch Wölfe, sagt, dass bedauerlicher Weise unsere Schafzüchter bisher vorbeugende Maßnahmen eher  bescheiden umgesetzt haben.
 
Zweckmäßige Viehzäune gegen Angriffe hatten die Unterstützung der Aufsichtsbörde nur in etwas über dreißig Fällen. „Hinsichtlich dieser Zäune, die Angriffe von Raubtieren reduzieren, kennen wir nur zwei Fälle, bei denen Wölfe innerhalb des Zaunes getötet haben.“ Talve sage: In einem Fall war der Zaun zu niedrig, im zweiten  Fall gelang den Raubtieren durch eine Lücke, verursacht  durch umgestürzte Bäume, hineinzukommen. Im letzten Fall gab der Besitzer den Fehler zu und nach der Reparatur des Zaunes  belästigten die Wölfe die Schafe nicht mehr.
 
Das Umweltaufsichtsamt empfiehlt, auf der Grundlage der besten Erfahrungen aus Estland, als auch aus unseren Nachbarländern, einen elektrischen Zaun aus 5er-Draht und mit mindestens 4500V Spannung. Der niedrigste Draht muss bis zu 20 Zentimeter vom Boden sein und der oberste Draht oder das Band muss in einer Höhe von mindestens 1,2 m sein.
 
Gleichermaßen empfiehlt die Aufsichtsbehörde zum Schutz vor Raubtieren einen Maschenzaun mit einem separaten oberen elektrischen Draht oder Band, wo der untere Rand des Zaunes vollständig am Bogen aufliegt. Die Höhe solches Zaunes solle mindestens 1 m betragen. Außerhalb des Zaunes sollte ein elektrischer Draht angebracht sein, 20 cm über dem Boden. Gleichermaßen sollte ein elektrischer Draht 1,2 m über dem Boden am Zaun installiert sein.
 
Wenn diese empfohlenen Zäune richtig gemacht sind, sollten sie, nach Schätzung der Aufsichtsbehörde,  das Risiko von Schäden,  verursacht durch Raubtiere, deutlich reduzieren,. Es könnte argumentiert werden, ob ein 1,2 m hoher Zaun wirklich gegen Wölfe hilft. Doch Talvi bemerkt, dass das Ergebnis immer durch das schwächste Glied und die korrekte Handhabung und Wartung des Zaunes bestimmt wird. „Wenn der Wolf die Wahl hat, auf einer Weide, die von einem richtigen elektrischen Zaun umgeben ist oder durch zwei Stacheldrähte oder einen elektrischen Viehzaun jagen zu gehen, wird er in der Regel die einfachere Lösung wählen,“ sagt er.
 
Erster Fehler – schlecht erhaltener Zaun
Am häufigsten machen die Schafhalter Fehler beim Bau, indem sie den Zaun nicht richtig entlang der ganzen Anlage bauen. Um Raubtiere wegzuhalten nützt es nichts, wenn der Zaun bei dem Bauernhof nahe der Zufahrtsstraße richtig gebaut ist, aber in einigen hundert Metern Entfernung mit Blick auf die Koppel, nur ein zu hoher, 30-40 cm vom Boden entfernter elektrischer Draht ist“ sagt Talvi. Wir haben mehrere Fälle,  wo ein sehr gut gebauter 1,3 m hoher Zaun mit 7 elektrischen Leitungen sich entlang der Grenze derselben Weide  in einen 2- drahtigen elektrischen Zaun ändert, oder der Zaun überhaupt  fehlt– es macht keinen Sinn einen Schau-Zaun für Inspektionen und Beamte zu bauen.“
 
Da sich ein Wolf in 24 Stunden Zigkilometer bewegt, hat er kein Problem damit an einem Kilometerlangen Zaun entlangzugehen um die Schwachstelle zu finden. Wölfe und Bären versuchen oft zwischen dem Boden und dem niedrigsten Draht durchzukriechen.
 
Zweiter Fehler – der erste Angriff wird übersehen
Ein zweiter großer Fehler,  den die Schafhalter oft machen,  ist, nicht auf den ersten Angriff zu reagieren. „Wenn es auf der Weide einen Beutefang gegeben hat, dann wird der Beutegreifer höchstwahrscheinlich in der nächsten Nacht wiederkommen um weiter zu fressen, die Beute wegzuziehen oder eine neue Beute zu töten. Wenn die Umstände so bleiben wie vorher,  und so ist es oft unserer Erfahrung nach, manchmal sogar wochen- und monatelang, dann ist es kein Wunder dass Wölfe die sicheren und leicht zu fangenden Beute Örtlichkeiten  kennen – Schafe entfernt von   menschlichen Behausungen und auf einer schlecht geschützten Weide –sie dorthin gehen,  um selbst zu fressen und Futter für ihre Jungen zu holen und im Herbst auch ihre Jungen zu lehren“ erzählt uns Talvi.
 
Sorgen mit getöteten Tieren
Ell Sellis stellt fest, dass es unter den Schafhaltern viele vernünftige Leute gibt, aber auch solche, die sehr böse auf die Wölfe sind. „Wenn ein Wolf in einer Herde getötet hat, ist es ein Grund für großen  Stress für den Züchter. Zuerst ist der Anblick schrecklich, aber ungeachtet dessen,  muss man sofort eine ganze Menge von Sachen auf einmal machen – die verletzten Tiere müssen notgeschlachtet werden, Kontakt mit der Umweltaufsichtsbehörde muss aufgenommen werden, als auch mit den Leuten des Lebensmittel- und Veterinäramtes, man muss ich um die zurückgelassenen Lämmer kümmern, alle getöteten Tiere müssen gefunden werden und  ihre Beseitigung zur Väike-Maarja Tier Rest Aufbereitungsanlage arrangiert werden. Gleichzeitig muss man daran denken, dass der Wolf oder Bär zurückkommen wird.“ Ell Sellis beschreibt,  dass all das oft in einem Schockzustand erledigt werden muss. Das alles nährt die Aggressionen gegen Wölfe.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      
Um den Hass gegen Wölfe zu mindern, bietet die Regierung Entschädigung für getötete Tiere an.   Nach dem Tierverlust Gesetz, unterzeichnet vom Umweltminister,  werden Verluste, verursacht von großen Raubtieren, darunter Wölfe, bis zu 100% ersetzt.  Nach dem Gesetz  werden die Verluste der Opfer während eines Kalenderjahres zusammengezählt und von dieser Summe wird der Eigenanteil des Besitzers,  in Höhe von 64-128 Euros,  abgezogen.
 
  Übermäßige Schadenersatzforderungsvereinbarungen verschärft
Im Prinzip sollte die Effizienz  der Maßnahmen zur Vermeidung von Schäden für Tiere oder Eigentum in Betracht gezogen werden, wenn zusätzliche Verluste oder Teil der eigenen Verantwortung untersucht werden. Gleichzeitig zieht das Umweltamt, unabhängig von der Größe des Schadens und den vorbeugenden Maßnahmen nur den minimalen Überschussanspruch von 64 Euros ab.
 
Nun wurde eine grundlegende Änderung der Gesetze gegen Schäden durch Tiere aufgegriffen und auf der Agenda stehen,  Veränderungen des Anteils des eigenen Risikos,  als auch ihre Abhängigkeit von den angewandten vorbeugenden Maßnahmen deutlich mehr  zu berücksichtigen,  als bisher. „Der allgemeine Trend geht dahin vorbeugende Maßnahmen profitabel zu machen und zur Vorbeugung zu ermutigen“, versichert Talvi.
 
Neben dem Ausgleich für Verluste durch Raubtiere können Schafhalter Anträge für die Unterstützung für Zäune und Maßnahmen für den Schutz vor Verlusten beantragen. Zur Unterstützung können in einem Zeitraum von drei Jahren  von der Behörde für zusätzlichen Verluste 7500 Euro erhalten werden. Diese Unterstützung hat jedoch aus Sicht der Schafhalter einen Haken. Wenn nämlich während der drei Jahre all die Unterstützung, um Zäune zu bauen, verbraucht ist, und ein Raubtier immer noch Verluste erzeugt, unabhängig von den angewandten vorbeugenden Maßnahmen, werden die Verluste nicht kompensiert.
 
Die Tatsache, dass im Hinblick auf die sogenannte Zaununterstützung, die Gegend, wo der Zaun zu bauen ist, ein anerkannter Raubtier Risikobereich sein muss, das muss auch in Betracht gezogen werden.
 
Ell Sellis weist darauf hin, dass Änderungen der Regeln, die den Schadenersatz für Schäden durch Raubtiere kompensieren und auch für den Erhalt der Unterstützung für Zäune auch dazu beitragen soll, den Hass auf die Wölfe zu mindern.
 
 “Schadenersatz für Schäden durch Raubtiere sollte schneller ausbezahlt werden, denn dadurch kann man die Herde schneller wieder aufbauen. Schadensersatz für die Opfer wird nur im März des folgenden Jahres ausgezahlt. Wenn man kein Geld hat,  neue Tiere zu kaufen, ist das eindeutig zu spät, um Ersatz für die Herde oder einen Widder zu kaufen, “ sagt Ell Sellis. „Wir haben vorgeschlagen, dass jede Schadensfall Überprüfung schnell gehen sollte und innerhalb eines Monats nachdem der Fall abgeschlossen ist,  sollte der Leidtragende das Geld in Händen halten.“
 
Ell Sellis fügt hinzu, dass nach Meinung der Schafhalter der Schadensersatz für Verluste durch Raubtiere und die Finanzhilfe für präventive Maßnahmen getrennt behandelt werden sollten. Das sollte die Möglichkeit ausschließen, dass, wenn das Unterstützungsgeld für Zäune vom Umweltaufsichtsamt völlig ausgegeben ist, und der Wolf immer noch seinen Tribut holt, Schafzüchter nicht ohne Geld für Schäden durch Raubtiere dastehen sollten.


 

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