EINE WOCHE IM WALD: Frühling mit Riesenschritten

Eingereicht von Looduskalender - So, 22.04.2018 - 15.10
Sisu

Estnische Version verfasst vom Tier-des-Jahres-Team am 17.4.2018
Übersetzung ins Englische Liis; vom Englischen ins Deutsche Leonia 

ilves
Der Schnee ist fort und die Verfolgung von Fährten ist für dieses Mal beendet. Wie dann das Verhalten von Luchsen überwachen und festhalten? Das Tier des Jahres hat sich aber entschieden, uns zu Beginn dieser Phase das bestmögliche Porträt von sich zu gewähren. Die Wildkamera, die an der Fährte von vier Bären angebracht war, zeigte sich als Volltreffer auch für den Pfad des Luchses. Die Waldkatzen streifen auf fast den gleichen Wegen und wir hoffen, sie auf diesem Waldweg wiederzusehen.  
 

 

ilves
Dieses schöne Wesen scheint ziemlich schmal zu sein. Warum sofort die Schlankheit prüfen? Wenn dies ein Weibchen ist, dann war die Paarungszeit Februar-März, die Tragzeit dauert zwei Monate und ziemlich bald sollte der Nachwuchs geboren werden. In der Regel zwei oder drei Junge, seltener vier bis fünf. Zu dieser Zeit sollte ein Individuum, das Junge trägt, rundere Seiten haben.

 

ilves
Die schwarze Schwanzspitze des Luchses. In der Rückansicht ist es hilfreich, die Körperbreite und die Breite der Pfoten zu vergleichen. Mit so großen weichen Puschen kann man sich im Unterholz recht leise bewegen. 
 

 

kits
Kein Wunder, dass der Luchs hier entlang geht. Nach den Kameraaufnahmen scheint es genug Beutetiere zu geben. Das Reh muss wachsam sein.

 

tuvid
Das Ringeltaubenpaar und ein Amselhahn in seinen besten Jahren. Der Schnabel wird mit den Jahren so kräftig gelb, die Schnäbel der jüngeren Amseln sind blasser. Der Luchs wird die Tauben nur selten erwischen, es sei denn er trifft sie im Gras an einem Feldrand. Während der nächtlichen Jagdzeit schlummern die Vögel auf hohen Fichtenzweigen. Die Amsel jedoch ist ein Störenfried. Viele der verstohlenen Versuche des Luchses werden dadurch vereitelt, dass das schleichende Etwas durch die Amsel, die als scharfäugiger Ausguck agiert, lauthals offenbart wird.

 

rebane
Der Pelz des Fuchses scheint immer noch so flauschig zu sein wie im Winter. Aber er juckt vermutlich schon. Im Wald geht ein großes Abstreifen von Fell vor sich. Gerade rechtzeitig, wenn die nach dem Zug eintreffenden Vögel nach Nistmaterial suchen.

 

mäger
Auch der Dachs geht auf demselben Pfad. Der nächste Dachsbau ist etwa einen Kilometer entfernt. In warmen Nächten ist der Waldaufräumer bereits gut hörbar. Alle Arten Essbares bewegt sich herum und die Regenwürmer rascheln in dürren Blättern.

 

kährikud
Und natürlich Marderhunde, Vater vorn, Mutter dahinter. Das hintere Tier ist sehr breit und feist. Nach dem Winter kann es nicht fett sein. Die Paarungszeit und die Tragzeit von Marderhunden entsprechen ziemlich denen der Luchse. Sie tragen ihre Jungen ebenso zwei Monate. In so einem runden Leib sind vielleicht schon zehn Nachkommen startklar.

 

Ilves
Vier Tage sind vergangen und der Luchs ist wieder im Kamerabild. Es könnte falsch sein, aber es scheint ein anderes Individuum zu sein, geringfügig kleiner als das vorherige.

 

Ein Rehbock mit etwas merkwürdigem Geweih. An der rechten Basis ist ein kleiner Punkt zu sehen. Was es genau ist, kann man bald deutlicher sehen. Ziemlich bald wird das Geweih blank gefegt werden. Das Winterfell des Bockes ist am Hals bereits fleckig und es wird nicht lange dauern, bis es sich rötlich zeigt.

 

jänesed
Die Langohren haben ihre übliche Paarungszeit. Die festliche Stimmung macht sie so wagemutig, dass die herannahende Person nur einen kurzen Blick erhält, sie zogen sich ein paar Meter zurück und machten mit ihren Dingen weiter. Das Männchen knabberte am sprießenden Gras, das Weibchen kümmerte sich um seine Gucker. Sie flüchteten nicht. Zogen sich nur träge zwischen die Weiden zurück. Wenn man den Luchs bedenkt und vor allem an das Weibchen am Ende ihrer Tragzeit, dann kann es sein, dass solche gleichgültigen Langohren ein leichter zu erwischender Happen sind, ohne sich die Beine abzulaufen. In der Natur hat alles seinen Platz und seinen Sinn.

 

laulurästas
Der große Drossel-Frühling geht voran. Die Singdrossel auf dem Bild singt gerade ihr Lied. Zum Singen sucht sie häufig die Spitze einer hochen Fichte, so wie hier. Zusätzlich zu den örtlichen Drosseln, die im Wald mit der Brut beginnen, hallt der Wald wieder von großen Gruppen Zugvögeln. Besonders Wacholderdrosseln bewegen sich in Trupps.

 

metsvint
Die letzten paar Tage mit etwa zwanzig Grad tagsüber und warmen Nächten ließen den Frühling schnell voranschreiten. Normalerweise vergeht ungefähr eine Woche von der Ankunft männlicher Buchfinken bis zu denen der Weibchen, aber diesmal war es keine so lange Wartezeit in unserem Wald. Im Bild ein weiblicher Buchfink.  

 

Sildid

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