VIDEO: Luchs versuchte, Reh zu erwischen, aber verlor

Eingereicht von Looduskalender - Do., 21.06.2018 - 20.46
Sisu

 

Eingestellt vom Tier-des-Jahres-Team

Übersetzung ins Englische Liis; vom Englischen ins Deutsche Leonia

Estnische Version publiziert 13.6.2018

In Lahemaa wurde eine Videosequenz von einem Luchs aufgezeichnet, der ein Reh angriff. Das seltene Bildmaterial wurde von einer Gruppe Niederländer eingefangen, die für 5 Tage in Estland waren, um die Natur zu studieren und zu fotografieren, angeführt von ihrem Leiter Martin Piispea.
Video: Stefan Pronk

„Es geschah in Lahemaa. An dem Abend war geplant, nach Bären zu schauen,” erinnert sich Martin Piispea. „Zwei Tourmitglieder beschlossen jedoch, dass sie nicht mit zu Fuß in den Wald kommen, sondern am Abend mit dem Auto herumfahren. Ich zeigte ihnen 2-3 Felder auf der Karte, wo es sich lohnen könnte, herumzustreifen und zu schauen. Alles von Fuchs bis Bär und von Elch bis Luchs ist dort gesehen worden. Als wir drei im Wald herumstapften, kamen aufregende Botschaften von der Autogruppe – ein Fuchs und Rehe wurden gesehen und dann wurde LUCHS in Großbuchstaben geschrieben. Der Luchs wandere friedlich über das Feld. Sie konnten ihn etwa 20-25 Minuten beobachten, er lief herum, blieb stehen und dann versteckte er sich im Gras. Die Rehe kamen zehn Minuten später und was dann folgte, ist bereits im Video enthalten. Leider wurde auf dieser Tour kein Bär gesehen, aber den Luchs zu filmen hat das mehr als wettgemacht."

Luchs-Experte Raido Kont kommentiert:
Sehr aufregende und seltene Augenblicke sind in dem Video festgehalten. 
Es scheint als ob der Luchs sich entschieden hat, nicht das nächste Reh anzugreifen, sondern eines, das dem Luchs gerade den Rücken zukehrte. Die interessanteste Sache ist, dass als er die Beute nicht im ersten Versuch erwischte, es für das Reh keine weitere Bedrohung mehr zu sein schien: sie blieben, aufgeregt, so nah wie zuvor. Zum Vergleich mag man sich erinneren, dass wenn in einem Feld äsende Rehe einen Menschen bemerken und fliehen, sie normalerweise bis zum schützenden Wald laufen.

Naturforscher Tarmo Mikussaar kommentiert:
Das Video hinterließ den Eindruck, dass der Luchs auf das Feld kam und stehen blieb, um sich irgendwohin zu legen, und plötzlich kamen die Rehe vorbei. Es mag erscheinen, als ob es halb zufällig geschah, aber wohl eher nicht. Es kann bedeuten, dass der Luchs sich erinnerte, was die Rehe am Abend aufsuchen, und er hat, wie es Jäger machen, seinen Posten rechtzeitig eingenommen. Als das Reh eine brauchbare Distanz erreichte, machte er einen Angriffssprung. Diesmal ein Fehlschlag. Das Reh war zu weit entfernt und spürte die Richtung des Angriffs. Es ist auch gut zu erkennen, welch gute Reaktionsgeschwindigkeit und Beschleunigung das Reh hat. Es ist ebenfalls interessant zu beobachten, wie gering der Abstand der Rehe nach dem Angriff des Luchses ist. Vielleicht gerade mal dreißig Meter.
Das Wichtigste bei der Jagd der Luchse ist, dass der Sprung zur Beute so unerwartet wie möglich und die Entfernung zur Beute möglichst gering sein sollte. Der Luchs hat sicherlich mehr Fehlschläge als erfolgreiche Angriffe, aber weil ein Luchs immer ein Luchs ist – ein Beutegreifer – jagt er immer und ist bereit, jede Gelegenheit zu nutzen, an Nahrung zu kommen. Wenn ein Mensch 24 Stunden am Tag im Wald leben würde, auf vier weichen Pfoten herumliefe und einen solchen geräuschlosen und effizient tarnenden Pelzmantel tragen würde, hätte er sicherlich auch in einem 24-Stunden-Zeitraum mehrere Chancen, ein Tier oder einen Vogel fast mit seinen bloßen Händen zu fangen.

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