Frühjahrs-Gänsejagd löst die Probleme der Bauern nicht

Eingereicht von Looduskalender - Do., 10.01.2019 - 22.34
Autorid

Position der Estnischen Ornithologischen Gesellschaft

Foto von Arne Ader

Estnischer Text gepostet in Looduskalender am 08.01.2019

 Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit

Hallhaned

Graugänse

Textkörper

Am Ende des Jahres kündigte das Umweltministerium an, die Jagd auf ziehende Gänse zu unterstützen, um Schäden für die Landwirtschaft zu vermeiden. Die Vogelschutzkommission der Estnischen Ornithologischen Gesellschaft  ist nach wie vor der Ansicht, dass Gänse auf ihrem Frühjahrszug zu jagen unethisch ist und das Problem nicht effektiver löst, als die Anwendung nicht-tödlicher Abschreckungsmethoden.

Ende letzten Jahres diskutierte das Riigikogu* Komitee für den ländlichen Raum wieder die Frage der Gänseschäden und Frühjahrsjagd, doch dieses Mal ohne die Teilnahme der Ornithologischen Gesellschaft. Das Umweltministerium hat nach dem Treffen einen Brief  an den Ausschuss für ländliche Angelegenheiten geschickt, in dem es erklärte, dass die bisherigen Abschreckungsmaßnahmen zur Vermeidung von Schäden durch Gänse nicht zu Ergebnissen geführt haben. Das Ministerium vertrat auch die Ansicht, dass „in Estland die Anwendung der Abschreckungsjagd als weitere Abschreckung, um Schäden durch Gänse zu vermeiden, als Pilotprojekt gerechtfertigt ist“, indem sie Abschreckungsjagd mit der Frühjahrs-Gänsejagd meint.

*Riigikogu – Estnisches Parlament

Die Estnische Ornithologische Gesellschaft ist der Ansicht, dass die Abschlachtung von Vögeln auf dem Frühjahrszug unethisch ist und gegen das Prinzip des Naturschutzes verstößt. Eine abschreckende Jagd würde nicht das erwartete Ergebnis bringen, da die Jagd von einigen Hundert Vögeln von den ungefähr hundert Millionen Gänse in Estland den Verzehr der Nutzpflanzen durch Vögel um weniger als 0,1% reduzieren würde.

„Abschreckendes Frühjahrsschießen bringt uns den Lösungen nicht näher. Es gibt immer noch keine wissenschaftlichen Belege, die zeigen, dass Jagd ein effektiverer Weg ist, um Nutzpflanzen zu schützen, als Vögel mit weniger harten Mitteln vom Feld zu vertreiben“ sagt Veljo Volke, Programmleiter der Ornithologischen Gesellschaft. „Der Entscheidung, Vögel im Frühjahr zu töten, muss eine studiengeschützte Folgenabschätzung vorausgehen, die zeigt, welche nicht-tödlichen Methoden funktionieren und in welchem Umfang. So wurde zum Beispiel die Errichtung von separaten Futterflächen für Zugvögel in Estland noch nicht umgesetzt. Die Gänse würden zu den Futterfeldern gehen, wenn sie von anderen Feldern verscheucht werden.

Nach Ansicht der Ornithologischen Gesellschaft ist es notwendig, um den Verlust für die Bauern durch Vögel zu reduzieren, die Vogeljagd in den Feuchtgebieten, Schutzgebieten und ihrer Umgebung zu begrenzen, sowie die Küstenwiesen effizienter zu pflegen und Futterflächen für Zugvögel einzurichten.

 

Hintergrundmaterial:

Riigikogu Maaelukomisjoni 06.11.2018 istungi protokoll: https://www.riigikogu.ee/download/f5a7cebc-7c03-469a-b2f2-e847ebd70d93

Riigikogu Maaelukomisjoni 22.11.2018 kiri Keskkonnaministeeriumile "Lindude ja loomade poolt põllumajandusele tekitatud kahju": https://www.riigikogu.ee/download/8f56cf0c-5c18-4665-9e87-1fd3d28ae5ab

Keskkonnaministeeriumi 27.12.2018 vastuskiri Riigikogu Maaelukomisjonile "Selgitus lindude ja loomade poolt põllumajandusele tekitatud kahju osas"

https://www.riigikogu.ee/download/79b02a54-2f84-4d78-af8e-f460e1b217b9

 

Weitere Informationen:

Veljo Volke

Bird Conservation Committee, Estonian Ornithological Society

5615 7088

veljo.volke@eoy.ee

 

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