Heidelbeer-Pflücker verlieren angestammte Sammelareale durch Kahlschläge

Eingereicht von Looduskalender - Sa., 16.03.2019 - 19.19
Autorid

Universität Tartu, Arbeitsgruppe Naturschutz-Biologie

Foto Arne Ader

Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche Leonia

Estnische Version publiziert 28.2.2019

Mustikad

Blaubeeren ( www.loodusemees.ee )

Textkörper

Eine Umfrage zu Erfahrungen estnischer Heidelbeer-Pflücker zeigt, dass die meisten Befragten in den letzten Jahren Sammelareale verloren haben. Eine geschicktere Planung des Holzeinschlags würde dazu beitragen, den sozialen und kulturellen Schaden zu reduzieren.

Die auf Interviews mit erfahrenen Heidelbeer-Pflückern basierende Befragen zeigte die langzeitige personelle und kulturelle Bindung an die Sammelgebiete. In den letzten zehn Jahren mussten jedoch mehr als zwei Drittel der Befragten etliche ihrer Pflückgebiete aufgeben — hauptsächlich wegen Kahlschlägen. Neue Ernteareale zu finden ist zeitraubend und schwierig für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und nur wenige konnten neue ertragreiche Heidelbeer-Standorte verzeichnen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es zur Erhaltung einer lebendigen Beerensammelkultur hilfreich wäre, wenn zum Beispiel die den Holzfirmen unbekannten Ernteflächen für Heidelbeeren lagemäßig erfasst würden.

„Interessanterweise stellte sich heraus, dass die Heidelbeer-Pflücker staatliche Wälder den Schutzgebieten gegenüber bevorzugen, in denen es kaum Holzeinschläge in Beerenerntearealen gibt,” kommentierte Liina Remm, Forscherin an der Universität Tartu und Leiterin der Studie. „Wir haben auch gezeigt, dass die Auswahl an Sammelflächen nicht nur auf der Fülle an Heidelbeeren beruht, sondern auch auf einer angenehmen Umgebung, und dass die erfahrenen Pflücker über die Jahre mehrere Pflückgebiete in verschiedenen Waldtypen haben, um einen stetigen Ernteertrag zu erzielen.”
 
Die Naturschutzbiologen der Universität Tartu untersuchten zuvor die Veränderungen der Heidelbeervorkommen in Estland im 20. Jahrhundert und verknüpften diese mit der Waldbewirtschaftung: LINK

Die vorliegende Studie hat das Wissen über die Biologie der Heidelbeeren  und das Verhalten der Beerensammler und ihre Präferenzen die Waldeigner betreffend erweitert. Die Studie wurde im Magazin Baltische Waldwirtschaft veröffentlicht.

Ergänzende Informationen:
Liina Remm, Forscherin
Universität Tartu, Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie

liina.remm@ut.ee

5343 1021

Das Hauptziel der Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie der Universität Tartu besteht darin, den Zustand der Biodiversität und das Funktionieren verschiedener Ökosysteme und aktuellen, vom Menschen kontrollierten Bedingungen zu klären und zu prognostizieren, sowie einen wissensbasierten Schutz und ein nachhaltiges Management der Ökosystem Estlands zu entwickeln ebenso, wie eine umfassendere Perspektive.

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