Looduskalender in Vikerraadio: Hopfentriebe

Eingereicht von Looduskalender - Do., 13.09.2018 - 09.09
Autorid

Die Autorin, Kristel Vilbaste, moderiert auch Texte in Vikerraadio

Foto: Arne Ader

Übersetzung ins Englische: Maret

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit

Estnischer Text gepostet am 15.08.2018

Humal. Emastaim käbidega

Weibliche Pflanze mit Zapfen

Textkörper

Dieses Jahr haben die Kletterpflanzen in Estland eine schwere Zeit – sowohl die Zaunwinde, wie auch die Ackerwinde versuchen sich so nah wie möglich am Boden zu drehen und zu winden. Die einzigen die selbst bei der heißen Luft klettern, sind die Hopfenpflanzen. Der Hopfen der sich in meinem Erlenwirrwarr dreht, hat jetzt bereits schöne grüne Zapfen entwickelt.

 Natürlich kennen wir  Hopfen vor allen zur Herstellung des bitteren Geschmacks in Bieren, aber er ist auch ein wertvolles Heilkraut und es lohnte sich, sie jetzt in den Erlenhainen am Fluss zu pflücken.

Es ist interessant, dass sich Hopfenstiele um jede zur Verfügung stehende Stütze winden und dass sie normalerweise im Uhrzeigersinn wachsen. Um dies selbst beobachten zu können, müssen Sie nur einen Hopfengarten im Garten an ihrem Zuhause anlegen.

Die sehr jungen Triebe des Hopfens kann man als Nahrung verwenden, wie Spargel. Doch der wertvollste Teil des Hopfens sind die Zapfen.

Hopfen gehört zur berüchtigten Cannabisfamilie, die auf der Nordhalbkugel zwei Zweige hat: Hanf, das ist die Grundlage für Haschisch, und Hopfen der Bier den richtigen Geschmack gibt.

Hopfen im Bier ist wahrscheinlich dafür verantwortlich, das sexuelle Verlangen der Männer zu verringern, doch bei Frauen kann es als Aphrodisiakum wirken und wahrscheinlich die Östrogenproduktion fördern.

Vor Jahren fand ich einige interessante Informationen in der Notizensammlung meiner Grußmutter:“ Früher wurden die Hopfenblätter zum Reiben der Augen verwendet, um den Grauen Star loszuwerden. Man musste reiben bis das Auge zu bluten anfing.“

Hopfen hat drei- bis siebenlappige Blätter, die sich so rau anfühlen wie die Zunge einer Kuh. Wann immer ich die Aufzeichnungen meiner Großmutter in meinen Seminaren erwähne, amüsiert sich das Publikum und denkt, dass die Alten wirklich seltsam waren – man würde zusammen mit dem Grauen Star auch sein Augenlicht loswerden.

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