Dritte Novemberwoche: Baden

Text: Kristel Vilbaste, loodusenaine@hot.ee
Fotos: Arne Ader
 
Klare Nächte erfreuen uns mit der aufregenden Welt kahler Baumkronen. Weiß-Birke (Betula pentula).
 
Der Boden vor mir beginnt sich zu erheben! Nein, das ist kein Erdbeben oder das Ende der Welt. Ein paar Schritte entfernt reisst die Grasnarbe auf, wächst und wächst. Ein Maulwurf! Verflixt! Schiebt in den Eingeweiden der Erde Vergrabenes mit seinem samtigen Rücken an die Oberfläche.
 
Die vier Wetter-Zeichen dieser Woche:
Besuch der Schneeeule,
Fall der Lärchennadeln,
Wildschweinpaarungen
und Frost.
 
Es ist nicht ganz so schlimm. Herr Maulwurf erweitert sein Reich und greift sich fette Regenwürmer aus dem ungefrorenen Boden, um sie einzulagern. Vor einigen Jahre las ich in Karl August Hindreys Buch über Tiere,  jemand habe einen Maulwurfsvorrat mit hunderten erstarrter Regenwürmer gefunden. Kein Wunder also, wenn sich immer wieder neue Erdhaufen erheben und der Boden bebt wie in der Türkei. Natürlich kann ich als Gärter die Hügelandschaft nicht lieben. Aber nichts Übles ohne auch ein wenig Gutes. Mein Dutzend Feldsperlinge lebt zufrieden mit dem Maulwurf. Jeder Maulwurfshaufen ist voller kleiner Mulden, genau wie Kleopatras Badebecken in Pamukkale, und auch wenn sie nicht glänzend und weiß sind und gefüllt mit kristallklarem Quellwasser, so sind sie doch Badeteiche. Die Spatzenbande braucht auch im Winter eine Art Reinigung, die Regenwasserpfützen sind zum Nichtsein verfroren, und brrr, es wäre nicht so angenehm, in ihnen zu baden. Und so genießen die Racker Maulwurfs-Schlammbäder im Tagessonnenschein, sie sind so weich und bröselig und sehr sandig in diesem Bereich. Auf einem Haufen können sich üblicherweise 5-6 kleine Badegruben halten. Flügel hängend, Schwanz gespreizt, Knie gebeugt und Augen geschlossen – so fächeln die grauen Daunenbällchen Sand zwischen ihr Gefieder, alles, um die Krabbeltiere heraus zu scheuchen, die sich zwischen den Federn verstecken.
 
Wacholderdrosseln picken an den letzten Früchten der Apfelplantagen
 
Die kalten Nächte haben erstes Eis auf den Teichen entstehen lassen. Entengruppe.

Weiße Geister und graue Hakenschnäbel
Die Vögel haben ihre Winterquartiere bezogen, Meisen ihre Winterernährer gefunden. Am Hafer- und Schmalz-Menü auf meiner Veranda finden sich ein Dutzend Kohlmeisen, 2 Krähen, ein Elsternpaar und mehrere Dutzend Feldsperlinge ein. Nicht mehr. Die Kernbeißer sind weg, keine Saatkrähen ziehen Regenwürmer aus dem Boden. In der Tiefe der Wälder mag niemand außer Spechten und Fichtenkreuzschnäbeln bleiben. Mein Bruder sagt, dass sogar die Schwäne das Moor still zurückgelassen haben und dass die Birkhühner immer seltener zu hören seien. Stattdessen sind große Schwärme Goldammern angekommen. Die erste Welle an Seidenschwänzen kam und verschwand, geradewegs Richtung Süden, ihr Geklingel ist seit mehreren Wochen nicht mehr zu hören gewesen. Aber ein Hauch aus dem Norden schleicht an der Grenze am Peipussee entlang. Es sind bereits die ersten Schneeeulen gesehen worden, Sie wissen schon, die schneeweißen Eulen, wie sie als Boten aus den Harry-Potter-Filmen bekannt sind. Und die hakenschnäbeligen Raubwürger sitzen auf Drähten, Insekten und Mäuse werden sich bald unter dem Schnee verbergen, dann wird die Vogeljagd beginnen.
 
Die Hauptfarbe dieses Novembers ist dunkelbraun! Überflutungsgebiet des Tänassilma-Flusses.

Es ist ein Ros entsprungen ...
Unsere gesamte nördliche Natur erwartet den Schnee. Müde öffnen die Rosen ihre letzten Blütenknospen, sogar meine Petunie ist noch nicht erfroren – obwohl sie stark verschimmelt ist. Tapfer blühen die letzten Löwenzahn und Stiefmütterchen. Aber der Wind heult durch die kahlen Äste, die Zweige lassen den Wind pfeifen, passend zum dunklen November. Sogar die fremdartigen Lärchen verstreuen ihr Gold auf den Wegen, weiße Schneebeeren stechen aus den kahlen Büschen hervor. Auf den Gartenbeeten sind Rosmarin und Sellerie noch standhaft grün, Schnittlauch und Winterzwiebeln haben vom Frost geschlagen aufgegeben.

Weiße Pelzmode
Winterliebe ist auch der Wintermode der Wieselfamilie anzusehen. Naturschützerin Kaja Kübar berichtet, dass die Wiesel, die bei ihrem Haus leben, immer noch braun-weißes Fell haben, aber die Marder des Nachbarn seien bereits weiß. Kaninchen sind nicht mehr zu sehen; das einzige, dass ich über die Straße schleichen sah, ist noch ziemlich braun. Die Elche wandern in ihre Winterquartiere und neigen dazu, in ihrer Zugunruhe in der Dunkelheit auf Autostraßen aufzutauchen. Nach und nach sind die Rehe in den Niederwald verschwunden. Die einzigen, die energiegeladen sind, sind die Wildschweine. Die Looduskalender.ee-Wildschweinkamera zeigte eine große Schweinerotte mit einem großen Keiler im Hochzeitspelz. Die Rotte ist friedlich, weil sich für die kleineren Eber, wenn sie von der Rotte davon gescheucht wurden, ein Platz in einiger Entfernung im Schutz der Sträucher gefunden hat.

Pflanzengeschichten: Waldesreichtum
Mit den Blättern hat der Herbst allen Pflanzen die Energie geraubt, auch den Kirschbäumen. Nur Knospen sind geblieben, den Sitz der abgefallenen Blätter zu zeigen. Sie hatten während deren gesamter Lebenszeit den Schutze der Blätter genossen. Und jetzt sind sie ziemlich nackt. In ihrer Verzweiflung fühlten die Knospen in sich Trotz aufkommen gegen den Kältetod. Die Erkenntnis, dass es nun an ihnen sei, zu schützenden Blättern und schönen Blumen zu wachsen, keimte in den Knospen. Menschen und Bäume sind sich sehr nahe. So gehen junge Mädchen am St. Katherinen-Tag (Kadripäev) zu einem Kirschbaum, schneiden Zweige und bringen sie ins Haus. Diejenigen, deren Zweige noch vor Weihnachten zu blühen beginnen, werden im kommenden Jahr heiraten.


Zitat: Die Birke hat eine niederträchtige Art, und Kinder mit ihren Zweigen zu züchtigen, hilft am besten, sie von Streichen und Unfug abzuhalten. Andere Bäume bringen diesen Effekt nicht. Helme
 
Übersetzung: Liis und Leonia


 

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