Text Aivar Leito
Fotos Leho Luigujõe
Übersetzung ins Englische Liis, vom Englischen ins Deutsche Leonia
Estnische Version publiziert am 05.01.2018
Kranich-Überwinterungsgebiet
Die Zugroutenkarte der Kraniche zeigt, dass alle mit Sendern versehenen estnischen Kraniche ihre Winterquartiere erreicht haben.
Ihr Herbstzug war wieder sehr interessant und lieferte uns viel neues Wissen über Zugrouten und Wintergebiete ebenso wie über das Zugverhalten.
Die Kraniche „Mati“ (geschlüpft 2016) und „Loode“ (geschlüpft 2017) aus demselben Brutgebiet in Sõrve auf Saaremaa verbringen den Winter zusammen in Westspanien in der Extremadura, und Kranich „Liiva“, die in Liiva auf Muhu im Sommer 2017 einen Sender erhielt, ist etwas weiter östlich in Zentralspanien (Entfernung vom Brutplatz fast
Kranich „Paslepa“, der im letzten Sommer bei Paslepa in Noarootsi in Läänemaa besendert wurde, ist zum Überwintern viel näher an seiner Heimat (etwa
Kranich „Hauka 3“, der im letzten Sommer nahe Otepää schlüpfte, jedoch war raffiniert! Entsprechend des Brutgebietes nahmen wir an, dass er einfach und gradlinig den längsten osteuropäischen Zugweg nach Äthiopien entlang fliegen könnte. Aber er hat sich tatsächlich als Kurzstreckenzieher oder Wettervogel mit der Eigenschaft erwiesen, so wenig wie möglich zu reisen und so nah als möglich an der Heimat zu überwintern. Der Kranich ist abhängig vom Wetter und der Nahrungsverfügbarkeit zwischen Ungarn-Serbien-Kroation hin- und herfliegend geblieben. Zuletzt war er im nördlichen Teil Kroatiens und dem Grenzgebiet von Bosnien-Herzegowina, vom Brutplatz etwa 1600 km entfernt, die gleiche Distanz wie Paslepa, aber auf dem baltisch-ungarischen oder mitteleuropäischen Zugweg.
Den gleichen Migrationsweg nutzen auch Kraniche „Ivar“ (geschlüpft 2016) aus Soitsjärve in Jõgevamaa, „Aivar“ und „Uko“ (geschlüpft 2017) aus gleichem Gelege, aber sie setzten den Zug von Ungarn aus fort und über Norditalien erreichten sie Tunesien in Nordafrika, was auch das Ende des Zugweges und das Überwinterungsgebiet ist, nahezu
Ein im Sommer 2016 besenderter Kranich, „Ahja 5“, verbrachte den ganzen letzten Sommer in der Südukraine und flog zum Überwintern nach Israel (1400 and
Das nahe Ahja in Mustakurmu besenderte Kranichjunge „Mustakurmu" nutzte ebenfalls den osteuropäischen Zugweg und erreichte Südisrael am 3. November, wo jedoch die Verbindung zu seinem GPS-GSM-Sender abbrach und noch nicht wieder hergestellt werden konnte. Weil am letzten übermittelten Punkt der Kranich im Flug über die Sinaihalbinsel war, gehen wir davon aus, dass er lebt und dass die Datenverbindung einfach nicht funktioniert, oder dass er trotzdem irgendwo weiter entfernt umgekommen ist und der Sender unter irgendetwas begraben liegt, das keine Verbindung zulässt. Wir können vielleicht eine Antwort darauf erhalten, wenn er wieder Gebiete mit Datenverbindung irgendwann im April erreicht auf dem Rückweg nach Europa.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Zugwege der meisten Kraniche recht gut mit dem übereinstimmten, was wir vermutet hatten und dass die allgemeine Vermutung, dass die im Westen Estlands brütenden Kraniche hauptsächlich die westlichste westeuropäische Zugroute nutzen („Ivar“, „Aivar“, „Uko“ und „Hauka 5“) und je mehr in Richtung Osten, desto eher den osteuropäischen Zugweg wahrnehmen („Ahja 5“ und „Mustakurmu“).
Die Zugwege unserer Kraniche und anderer Zugvögel finden Sie auf der Webseite der Zugroutenkarte/Bird Migration Map: http://birdmap.5dvision.ee/EN/
Grüße zum Neuen Jahr!
Aivar Leito alias Kranichonkel
Kraniche im Überwinterungsgebiet