Gartenwerklers Tagebuch – April

Text und Fotos von: Tiit KändlerTiit Kändlerteadus.ee
Übersetzung ins Englische: Liis
Vom Englischen ins Deutsche: Leonia
 
22. April
Zur Abwechslung begann eine veränderliche Sonne hinter einer veränderlichen Wolke zu scheinen. Der Werkler geht hinaus, nimmt ein Harke und sieht nach, ob der Boden nass oder trocken ist. Und entdeckt eine Reihe von Abdrücken im Garten. Sie queren den Rasen, kommen vom Zaun und gehen zum Bachufer. Große Spuren, mit großen Zwischenräumen, als ob es ein Elch oder ein Bär in Schuhen gewesen sei.

 
Unter den Büschen wurde auch Boden entwurzelt, das Moos umgedreht. Keine Spuren auf der anderen Bachseite oder auf der anderen Zaunseite. Der Werkler liest dann in der Zeitung, dass ein Bär in der Stadt, 50 km von hier, herumgelaufen ist. Männer wurden geschickt, nachzusehen, suchten und suchten, fragten eine alte Dame, aber fanden immer noch nichts. Bärenkenner Peep Männil wurde gefragt, was nun? Männil sagte, dass ein Bär einen Bärenverstand hat und tun wird was Bären tun. Der Werkler fotografiert die Spuren, es könnte der gleiche Bär sein, aber er müsste zu fliegen gelernt haben? Fliegende Bären? Vielleicht weiß irgend jemand etwas.
 
21. April
Im Garten gibt es immer noch ein wenig Schnee, sich damit einzureiben. Der Werkler hat das Vogelfutterhäuschen noch nicht abgemacht, gibt am Morgen Sonnenblumenkerne und Haselnüsse hinein. Die Meisen pflegen jetzt ihre eigenen Geschäfte, sie sind nicht sonderlich interessiert. Aber ein Dompfaff-Männchen tauchte auf, und dann ein paar Tage später ist auch das Dompfaff-Weibchen hier. Wahrscheinlich hat das Männchen vor dem Weibchen damit geprahlt, dass er eine Tafel bereitet habe.
Der Werkler kann stolz sein – er steckt hinter der Prahlerei und half, die hoffentlich glückliche Verbindung zu fördern. Oder ihre Fortsetzung – wer weiß. Am Mittag beginnt das Dompfaff-Männchen plötzlich, sich seltsam zu verhalten, sitzt vor der Glastür zum Garten, kauert, schaut hinein. Katze Ooper erwidert den Blick von innen. Der Werkler öffnet die Tür, die Katze schleicht hinaus, schielt zum Dompfaff, der bewegt sich nicht. Der Werkler möchte den Dompfaff ruhig auf die Schaufel heben, um ihn zur Erholung hinter den Zaun zu bringen. Und hopp! hebt der Vogel ab – und ist fort. Nichts ist ihm geschehen. Wunderbarer Garten!
 
15. April
Nach dem Saunagang ist es immer noch möglich, Schnee zu finden, um sich abzureiben. Der Mensch hat das Feuermachen früher entdeckt, als man bisher dachte, vielleicht vor 1,7 Millionen Jahren. Wann begann der erste Mensch, sich mit Schnee abzureiben? Der Werkler nimmt das Futterhäuschen herunter. Der Specht erscheint, schaut hier und dort und dann vorwurfsvoll zum Werkler hin. Der Werkler geht hin und stellt das Futterhäuschen zurück.
10. April
Das Wetter ist wie eine falsche Münze. Es gibt keinen Frühling und es scheint, als würde auch keiner kommen. 
Der Werkler gibt Haselnüsse in das Futterhäuschen Das Eichhörnchen kommt. Des Eichhörnchens Name ist Vogel. Warum sonst würde es ein Vogelfutterhäuschen besuchen?

Der Specht kommt auch, schnappt sich eine Nuss mit dem Schnabel und ist fort. Wo hat er vor, einen Amboss zu finden, um an den Inhalt zu kommen?
 


 

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