Pilz und Pflanze

Foto: Arne Ader
Übersetzung ins Englische: Liis
Vom Englischen ins Deutsche: Leonia
 
Fichtenspargel
 

Fichtenspargel    Seenlill       Monotropa hypopitys

 
Der Fichtenspargel ist tatsächlich eine krautige Pflanze, aber ihr fehlt Chlorophyll, und damit natürlich auch die grüne Farbe. Der Pflanzenstängel sowie die schuppenförmigen Blätter sind weich und erinnern eher an „Pilzfleisch“. Und das Leben des Fichtenspargels ist an Pilze gebunden. Das Fehlen der bei Pflanzen üblichen grünen Farbe legt nahe, dass der Fichtenspargel selbst keinen Zucker produzieren kann und von anderen Pflanzen bereitete Nahrung benötigt. Hier taucht die Hilfe des Pilzmyzels auf – der Fichtenspargel besitzt ein Rhizom, das im Boden dicht mit dem Pilzmyzel verwoben ist: die Pilze liefern die notwendigen Nährstoffe für den Fichtenspargel. Aber Pilze sind nicht fähig, selbst Zucker zu erzeugen, sie parasitieren auf Pflanzen und der Fichtenspargel wiederum nährt sich von den Pilzen. Woher werden die notwendigen Nährstoffe genommen? Aus dem Wurzelwerk großer Bäume: für sie bedeutet das Pilzmyzel und die Ernährung des Fichtenspargels keinen großen Unterschied. Eher ist das Pilzmyzel für die Baumwurzeln nützlich, das es wiederum für die Wurzeln einfacher macht, an das Wasser im Boden und die darin gelösten Mineralien zu gelangen. Die Partnerschaft ist eine positive, da alle Beteiligten davon profitieren.
 
Die ersten Fichtenspargel wurden vor wenigen Wochen gesehen, aber sie werden selbst im Spätherbst nicht verschwinden. An manchen Stellen kann man die diesjährigen Pflanzen zusammen mit den verschrumpelten Stielen der letztjährigen Fichtenspargel mit den charakteristischen Samenkapseln sehen.
 
Wir können sie sowohl in Fichten- wie in Kiefernbeständen finden, und auf Sand oder Kiesboden ohne Bäume.


 

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