Pfadkamera: Junger Biber entkam jungem Bären

Eingereicht von Looduskalender - Fr., 28.06.2019 - 11.56
Avapilt
Sisu

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit

Estnischer Text gepostet am  23.06.2019 vom Tier des Jahres Team

 

Der junge Biber hatte 13 Minuten Vorsprung vor dem Bären

 

karu

 

Junge Biber, die im Frühsommer 2 Jahre alt werden, verlassen im frühen Frühjahr das familiäre Zuhause um ein selbständiges Leben zu beginnen. Sie müssen ein geeignetes freies Gewässer finden und sofort mit der Arbeit beginnen. Ein Leben ohne einen Bau und Höhlen zum Verstecken ist gefährlich.

Besonders, wenn der Wasserstand niedrig ist und wenig Wasser vorhanden ist.

So ist es nötig gleichzeitig Sträucher zu fällen, einen Damm zu bauen, Höhlen zu graben und auf Glück hoffen. Alle großen Raubtiere würden sich freuen, so einen ungeschützten jungen Biber zu treffen. Die meisten jungen Biber haben bisher noch keinen Partner. Alles muss auf eigene Faust geschehen.

Manchmal schlägt der erste Versuch fehl. Dann muss man sofort anfangen nach einer neuen Gelegenheit zu suchen ohne die Hoffnung zu verlieren.

Die Bilder der Pfadkamera zeigen, wie der Bär die Pläne des jungen Bibers stört. Der Biber hatte im März angefangen, im Hauptgraben des Entwässerungssystems einen Damm zu bauen. Vor einigen Jahrzehnten floss hier ein vor Biodiversität strotzender Bach, jetzt tröpfelt nur etwas schlammiges Wasser am Boden des Grabens. Der Biber denkt, dass es durch harte Arbeit möglich wäre, den ehemaligen Bach wiederherzustellen. Leider war der April trocken und das Wasser hinter dem Damm stieg langsamer als erwartet. Eher zufällig kam am späten Abend des 27. Mai ein junger Bär um Zeuge der Kämpfe des Bibers zu werden. Letzten Winter hatte er das erste Mal alleine überwintert. Hat er gut bewältigt. Alle Lehren der Mama waren gut in Erinnerung. Den Biber beobachtend, erinnerte er sich an den vergangenen heißen und trockenen Sommer, als er mit seinem Bruder und seiner Schwester, angeführt von dem erwachsenen Bären, Nistbauten und Zufluchtshöhlen zerstört hatten. Die Arbeit wurde mit einem Bauchvoll herrlichen Fleisches belohnt.

 Es ist schwer für einen jungen Bären an Fleisch zu kommen. Der erste Angriff scheiterte und der Biber entkam. Der Bär musste anfangen, die schützenden Höhlen aufzukratzen. Es ist schwierig zu arbeiten und gleichzeitig die Umgebung im Auge zu behalten. Vor allem, wenn die Erfahrung fehlt und man alleine ist. So gelang es dem Biber aus dem niedrigen Gewässer zu entkommen, das nicht zum Tauchen geeignet war und unbemerkt zu entschlüpfen. Wie die Pfadkamerauhr anzeigte, hatte er 13 Minuten Vorsprung vor dem Bären …

karu

Diese Zeit muss sinnvoll und gut genützt werden. Die Begegnung mit dem Bären auf trockenem Boden würde dem Biber keine Chance lassen. 1,5 km in die gleiche Richtung ist der nächste Sammelgraben und auch der frühere Bach.

Auch dort gibt es nur wenig Wasser und nicht viel Hoffnung zu entkommen, aber ein Ende des Grabens fließt in den Kalusee und das beginnt im Sõõruteich mit vielen Quellen. Sowohl der See als auch der Teich sind von anderen Bibern besetzt und dorthin zu flüchten würde wahrscheinlich in einer ordentlichen Schlägerei enden. Doch ist das sicherlich besser, als von einem Bären erwischt zu werden. Wahrscheinlich stammt der Biber selbst von einer oder anderen Biberfamilie und eilt nun zurück ins Elternhaus. Dort wird er freundlich empfangen. Er kennt wahrscheinlich den Weg und bewegt sich zielgerichtet. Die linkische Suche des Bären nach Spuren zeigt, dass der Vorsprung von 13 Minuten ausreichen wird.

 

Vahur Sepp

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